Berlin. Die Mercedes Car Group (MCG) kämpft auf dem deutschen Markt gegen einen dramatischen Absatzeinbruch – und fordert die Händler zu größeren Anstrengungen auf. „Die Situation im April stellt sich in Deutschland derzeit so dar, dass uns für den laufenden Monat eine hohe Unterschreitung des Absatzzieles droht“, warnte Ende April die Berliner Vertriebszentrale von DaimlerChrysler (DCVD) in einem vertraulichen Schreiben, das Automobilwoche vorliegt. Laut aktueller KBA-Zulassungsstatistik ging hierzulande der Mercedes-Absatz im April im Vergleich zum Vormonat um 20,8 Prozent zurück. „Der Mai scheint sich leider nicht besser zu entwickeln“, sagt ein DCVD-Insider, „daher ist die Atmosphäre im Haus mittlerweile überaus angespannt.“
In seinem Brandbrief an die Verkaufsleiter bei den Handelspartnern räumt Peter-Christian Küspert, als DCVD-Geschäftsleiter verantwortlich für den Pkw-Verkauf von Mercedes und Maybach, „schwierige Bedingungen“ und „heftigen Gegenwind von Marktseite“ ein. Mercedes-Händler halten die prekäre Situation im Neuwagensektor allerdings teilweise für hausgemacht: „Einen großen Teil des Geschäfts mussten wir mit Rabatten erkaufen, die schmerzlich waren“, rügt etwa ein Vertriebspartner aus dem Raum Hamburg.