München. Das produktivste Autowerk Europas steht in Deutschland. Dies zeigt der streng geheime „Harbour Report 2007“, den Automobilwoche einsehen konnte. Demnach liegt das deutsche Ford-Werk Köln, das den Fiesta baut, bei der zentralen Messgröße „Arbeitsstunden pro Fahrzeug“ mit einem Wert von rund 12,6 nun an der Spitze. In den vorangegangenen Jahren hatte die Nissan-Fabrik im britischen Sunderland mit dem Micra geführt.
Auch für die in der Fertigung viel komplexeren Kompaktwagen zeigt der Harbour Report signifikante Unterschiede bei der Produktivität auf. So konnte sich das VW-Werk Mosel beim Bestseller Golf zwar von 33 Stunden pro Auto (Ende 2003) auf den Wert 31,5 verbessern. Im Vergleich zum Wettbewerber Toyota (Corolla) aber, der am Standort Burnaston/ Großbritannien von 28,8 auf 20,7 Stunden verkürzen konnte, fällt die Zeitersparnis bei VW mager aus. Die aktuelle Benchmark bei kompakten Pkw setzt allerdings Nissan mit der Montage des Qashqai im britischen Sunderland: 14,7 „Hours per vehicle“ (HPV) für das neue Crossover-Modell „sind eine Topleistung“, so ein Harbour-Kenner, „die der Konkurrenz massiv zu denken geben muss“.