München. Mit einem Richtlinien- Entwurf will die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten dazu zwingen, die Tankstelleninfrastruktur für alternative Kraftstoffe auszubauen. Ab Ende 2020, so der Entwurf, darf beispielsweise der maximale Abstand zwischen zwei Erdgastankstellen nur noch 150 Kilometer betragen. Experten halten die Ausbauziele der EU für den Erdgassektor jedoch für deutlich zu niedrig angesetzt. „Niemand fährt auch nur 50 Kilometer zum Tanken“, sagt Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur. Die Automobilindustrie setzt auf den klimafreundlichen Erdgasantrieb, weil sich so mit vergleichsweise wenig Aufwand CO2 vermeiden lässt. Vor allem der VW-Konzern und Mercedes wollen künftig mehr Modelle mit Erdgasantrieb anbieten. „Von einem klassischen Henne-Ei-Problem können wir daher nicht mehr sprechen“, heißt es beim VDA. Man sei in konstruktiven Gesprächen mit der Mineralölindustrie. Denn das schwache Tankstellennetz gilt als größtes Hemmnis für eine weitere Marktdurchdringung von Erdgasfahrzeugen. Das deutsche Netz wuchs im Jahr 2012 um rund drei Prozent auf 940 Stationen. Tatsächlich, so hat die „Initiative Erdgasmobilität“ berechnet, bräuchte man mindestens 1300 Erdgastankstellen, um eine zufriedenstellende Versorgung sicherzustellen. Nur so werde gewährleistet, dass Ende des Jahrzehnts 1,4 Millionen Erdgasautos auf deutschen Straßen fahren.
EU will mehr Tankstellen für alternative Antriebe
Mit einem Richtlinien- Entwurf will die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten dazu zwingen, die Tankstelleninfrastruktur für alternative Kraftstoffe auszubauen. Ab Ende 2020, so der Entwurf, darf beispielsweise der maximale Abstand zwischen zwei Erdgastankstellen nur noch 150 Kilometer betragen. Experten halten die Ausbauziele der EU für den Erdgassektor jedoch für deutlich zu niedrig angesetzt.