München. Der Verband Cecra begrüßt die „klare Aussage der Kommission“, ebenso der ZDK. Die Verhandlungen liefen ja schon länger, sagt die beteiligte ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann. Bislang hätten die Hersteller aber eine freiwillige Einigung abgeblockt. Die EUKommission stärke den Händlern nun der Rücken, befindet Woltermann. Mit einer schnellen Einigung rechnet sie allerdings nicht: „Ich fürchte, dass die Hersteller erst einmal den personellen Wechsel in der Kommission im Herbst abwarten werden.“ Mit Ergebnissen sei im laufenden Jahr deshalb nicht mehr zu rechnen. Den größten Bedarf an klaren Regelungen gibt es laut Woltermann beim Mehrmarkenvertrieb, beim Verkauf eines Autohauses samt Händlervertrag und beim Anspruch auf den Ersatz von markenspezifischen Investitionen im Fall einer Kündigung des Händlervertrags.
Kommission droht Regelung an
EU macht Herstellern Druck
Im Rahmen des Projekts „Cars 2020“ zur Stärkung des europäischen Automobilsektors macht die EU-Kommission den Herstellern Druck, sich mit den Händlern auf einen Verhaltenskodex zu einigen. Wie der europäische Händlerverband Cecra jüngst mitteilte, heißt es in der aktuellen Fassung eines Abschlussberichts wörtlich, dass sonst „die Kommission ein Gesetzgebungsverfahren initiieren würde, welches auf die Entwicklung eines Rechtsrahmens abzielen soll, der die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren der Automobilbranche regelt“. Einigen sich Hersteller und Händler nicht freiwillig, wird also eine gesetzliche Regelung kommen.