Tallin. Erst vor wenigen Wochen hat ABB die letzte von insgesamt 165 E-Tankstellen installiert, an denen Elektroautos nach dem Chademo- Prinzip dem Unternehmen zufolge in 15 bis 30 Minuten aufgetankt werden können. Jetzt gibt es in jeder Gemeinde mit mehr als 5000 Einwohnern und an allen Hauptverkehrsstraßen in einem Abstand von maximal 60 Kilometern eine Möglichkeit, sein Elektrofahrzeug zu laden. Somit hat Estland als weltweit erstes Land ein flächendeckendes Ladenetzwerk installiert und beste Bedingungen für Langstreckenmobilität unter Strom geschaffen. Damit möglichst schnell ein entsprechender Fuhrpark erwächst, greift Estland tief in die gut gefüllte Staatskasse und zahlt üppige Förderungen: Privatkunden erhalten bis zu 50 Prozent des Kaufpreises und maximal 18.000 Euro als Zuschuss, teilt die Regierung mit. Für Firmen liegt die Obergrenze zwar ebenfalls bei 18.000 Euro, doch werden hier maximal 35 Prozent des Fahrzeugpreises erstattet. Außerdem investiert die Regierung indirekt auch in weitere Ladesäulen: Für die Installation einer Heimstation zahlt sie noch einmal 1000 Euro. Das Engagement trägt allerdings bislang kaum Früchte: Zwar ist die Elektrofahrzeugdichte in Estland nach Norwegen weltweit am höchsten. Doch absolut ist die Flotte noch recht klein: Zum Jahreswechsel waren exakt 619 Stromer registriert.
Estland als Eldorado der Elektromobilität
Nicht kleckern, sondern klotzen – nach diesem Motto hat sich das kleine Estland in den vergangenen Jahren zum Eldorado der Elektromobilität aufgeschwungen: Nirgendwo in Europa gibt es ein dichteres Netz an Schnellladesäulen und nirgendwo wird der Kauf von Akku-Autos stärker bezuschusst als in der baltischen Republik.