Als ich vor nicht ganz neun Jahren an dieser Stelle die erste Klartext-Kolumne schrieb, gab es noch einen Automobilhersteller namens DaimlerChrysler. Porsche war eigenständig und konnte vor Kraft kaum laufen. Der Toyota Prius war eines von zwei milde belächelten Hybridmodellen auf dem deutschen Markt. Denn die CO2-Diskussion hatte gerade erst zaghaft begonnen. Und wenn ein Kunde beim Autohändler nach Vernetzung fragte, wurde ihm wahrscheinlich die Gepäcksicherung im Kofferraum gezeigt. So gesehen hat sich vieles in der Automobilbranche verändert. Anderes aber auch nicht: In meinem ersten Klartext beschäftigte ich mich mit den ineffizienten Kostenstrukturen bei Volkswagen. Das Thema steht bekanntermaßen erneut auf der Tagesordnung. Nicht geändert hat sich auch, dass die Herausforderungen der Automobilindustrie vor allem von Ingenieuren gelöst werden müssen: von neuen Antriebskonzepten über autonomes Fahren bis hin zur Vernetzung des Automobils mit dem Internet. Auch für Vertrieb und Marketing haben sich die Aufgaben bei genauerem Hinsehen nicht sonderlich verändert: wann welches Auto auf welchem Markt zu welchem Preis zur Verfügung steht und wie mit dem potenziellen Kunden darüber zu kommunizieren ist.
Ebenso wichtig ist es nach wie vor, dass Medien wie die Automobilwoche über solche Entwicklungen zeitnah, umfassend und kompetent berichten. Ich hoffe, das ist mir mit meinem Team in den vergangenen neun Jahren gelungen. Wir haben gemeinsam den Beweis erbracht, dass ein lesenswertes, erfolgreiches und profitables Printprodukt auch in Zeiten der Medienkrise machbar ist. Ich wünsche meinem Nachfolger, dass er oder sie diese Erfolgsgeschichte fortschreibt. Bei meinen Lesern bedanke ich mich für das positive Feedback und die konstruktive Kritik. Es ist bestimmt keine Überraschung, wenn ich hiermit verspreche, dass ich der Automobilbranche erhalten bleiben werde. Ich kann mir einfach hinsichtlich der Unternehmen, Produkte und Persönlichkeiten keine spannendere Industrie vorstellen.