„Die Dame verbrennt jetzt viel Geld, und in zwei Jahren ist sie wieder weg“, meinte ein Autohändler aus Sachsen lapidar. Und ein Lehrender in Sachen Marketing vertrat jüngst die Auffassung, sie wäre nur gut in der Selbstvermarktung. Solche Stimmen hört man in der Branche, wenn es um Tina Müller geht. Denn mit dem Erfolg wächst auch die Zahl der Neider. Ich erlebe Opels neue Marketingchefin anders. Beim Automobilwoche Kongress im vergangenen Jahr in Berlin sagte sie auf dem Podium: „Tina, mach das nicht!“ So hätten sie alle ihre Freunde gewarnt vor dieser schier unlösbaren Aufgabe, der Marke Opel neuen Glanz zu verleihen. Sie tat es trotzdem und zeigt, dass sie kämpfen kann. Genauso wie ihr Chef, Karl-Thomas Neumann, der dazu noch die Größe hat, ihr Raum zu geben für starke, medienwirksame Inszenierungen.
Mit ihrer Kampagne „Umparken im Kopf“ hat sie das Image der Marke Opel gedreht. Und mit Jürgen Klopp hat sie den passenden Botschafter dafür. Denn sein sympathisches Siegerlächeln kommt sicher zurück, spätestens im nächsten Spiel in der Champions League. Wie schon bei „Adam by Bryan Adams“ vor einem Jahr im Haus der Kunst in München setzte Tina Müller jetzt den nächsten Opel in Szene. Nicht etwa den „Karl mit dem Karl“. Nein, es war der Corsa mit Karl und Choupette. Und alle kamen in den Palazzo Italia in Berlin zur Vernissage des neuen Fotokalenders. Von den Promis aus Film, Fernsehen und Politik über den Chevrolet-Chef aus Zürich bis hin zu Deutschlands Granden unter den Opel-Händlern. Und natürlich auch die schönen Frauen, die im Blitzlichtgewitter der Regenbogenpresse hofften, Karl Lagerfeld ins Auge zu stechen. Lediglich die Hauptdarstellerin im Corsa-Kalender, Choupette, Lagerfelds Katze, fehlte. Sie blieb in Paris. Wie toll ihr weißes Fell auf rotem Lack zur Geltung kommt, sehen Sie aber auch auf automobilwoche.de. Zwei Fragen brennen mir allerdings noch unter den Nägeln: Wer setzt jetzt den Opel Karl in Szene? Und vor allem, wie heißt das Haustier des nächsten Star-Fotografen? Ich vermute, Tina Müller weiß es schon.