Köln. Toyota hat im Jahr 2006 den Marktanteil in Deutschland von vier auf 4,3 Prozent gesteigert. Dabei legten die Neuzulassungen um 9,8 Prozent auf knapp 148.000 Fahrzeuge zu. Rund 90 Prozent des Gesamtabsatzes wurden mit sechs Volumenmodellen wie Yaris, Avensis und RAV4 erzielt. Da aber eines dieser stückzahlenträchtigen Fahrzeuge, der Corolla-Nachfolger Auris, in Deutschland erst am 3. März zu den Händlern kommt und die Ablösung des Avensis nicht vor 2008 erfolgt, ist das Verkaufsziel für 2007 mit 153.000 Pkw eher zurückhaltend kalkuliert.
Zudem fehlt es der Marke seit der Bereinigung der Angebotspalette Ende 2005 an Image-Lokomotiven. Damals flogen sportliche Modelle wie der MR2 oder der Celica aus dem Programm. Markus Schrick, Vizepräsident von Toyota Deutschland, hat dieses Problem erkannt: "Die Marke gilt als ein bisschen bieder, das müssen wir ändern." In einer aktuellen Umfrage von TNS Infratest nach den beliebtesten Autos liegt Toyota mit 2,7 Prozent noch hinter Opel und Ford. "Die Kunden fragen emotionalere Fahrzeuge nach", sagt Schrick.
Da die Japaner gemäß ihrer Unternehmensphilosophie aber stets den Wünschen ihrer Kunden folgen - wie jüngst mit dem riesigen Tundra in den USA --, werden imagefördernde Modelle folgen. Sportwagen-Studien wie der Toyota FT-HS oder der Lexus LF-A geben einen Ausblick. Schrick ist überzeugt, dass sich in Zukunft auch "in der Nische Volumen erzielen lässt". Das sei in der Vergangenheit nicht der Fall gewesen.
Mit solchen Fahrzeugen, in rentablen Stückzahlen in den Markt gebracht, könnte es für die Japaner jedoch schwierig werden, den CO2-Ausstoß gemäß der Selbstverpflichtung der japanischen und koreanischen Hersteller bis 2009 auf 140 g/km zu senken. Das Ziel der Europäischen Union, bis 2010 sogar 120 g/km zu erreichen, scheint mit Modellen wie der ab Mitte Dezember erhältlichen, 450 PS starken Lexus-Limousine IS-F in noch weitere Ferne zu rücken.
Forderungen nach einer gesetzlich verordneten Reduzierung des Spritverbrauchs, wie sie jüngst von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erhoben wurden, steht Schrick skeptisch gegenüber: "Dann müssten fortschrittliche Technologien auch gefördert werden."
Die Japaner betonen oft, dass Deutschland einer der wenigen EU-Staaten ist, in dem Hybrid-Fahrzeuge nicht steuerlich gefördert werden. In diesem Jahr wird Toyota mit dem Lexus LS 600h das vierte Modell mit dieser Technik auf den Markt bringen. Doch die Lexus-Stückzahlen in Deutschland sind niedrig. Ein weiterer Hybrid von Toyota soll erst 2009 nach Europa kommen. Bis dahin müssen vor allem Kleinwagen mit sparsamen Benzinmotoren wie der Aygo das "grüne Image" der Marke stützen.