München. Bei Valeo versteht man den aktuellen Entwicklungsschritt daher darin, den Autofahrer zunehmend zu entlasten. Dies habe vor Jahren mit Park-Abstands-Warnsystemen angefangen. Inzwischen kann zum Beispiel das Parken per Smartphone erledigt werden. „Wir wollen dem Fahrer dabei nicht den Spaß am Fahren nehmen, sondern ihn von lästigen Aufgaben befreien“, sagt Tarabbia.
Zugucken beim Einparken
Dafür bringt Valeo im kommenden Jahr das System „Park4U Remote“ auf den Markt – eine Weiterentwicklung der bisherigen Anwendung, die bereits von 19 Herstellern eingesetzt wird. Bislang wurde das Fahrzeug über Ultraschallsensoren automatisch in die Parkbucht gelenkt, die Kontrolle über die Pedale lag beim Fahrer. Das System der neuen Generation parkt nun vollständig autonom ein. Der Fahrer kann im Auto sitzen bleiben oder den Parkvorgang von außen per Smartphone überwachen. Ein weiteres neues System von Valeo kann den Fahrer in Zukunft auch bei der Durchfahrt von engspurigen Autobahnbaustellen entlasten. Der Baustellenassistent, der 2016 in Serie gehen soll, unterstützt und korrigiert die Lenkbewegungen des Fahrers. Die Umgebungsdaten sammelt das System über Sensoren und einen neuen Laserscanner in der Fahrzeugfront. Dieser erkennt andere Autos, Fußgänger oder Gegenstände im Fahrzeug-Vorfeld unabhängig von Lichtsituation und Geschwindigkeit. Die Daten können auch für alle weiteren Assistenzsysteme verwendet werden. Der Laserscanner ist damit für Valeo eine Schlüsselentwicklung für das teilautonome Fahren. Eine Grundlage für zukünftige Lösungen hat auch Continental entwickelt. Auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas wird der Zulieferer das System „eHorizon“ präsentieren. Dieses nutzt eine durch Vernetzung mit anderen Fahrzeugen in Echtzeit aktualisierte Streckenkarte und „erlaubt der Fahrzeugelektronik dadurch einen Blick in die Zukunft“, sagt Helmut Matschi, Mitglied des Continental- Vorstands. Fahrerassistenten oder das Bremsverhalten können damit auf Verkehrsereignisse wie Staus oder Unfälle eingestellt werden. So könnte ein autonom fahrendes Fahrzeug, das ein Stauende hinter einer Kurve vorzeitig erkennt, langsam die Geschwindigkeit reduzieren, anstatt erst dann eine abrupte Bremsung einzuleiten, wenn Sensoren das Hindernis wahrnehmen.