München. Mit elektronischen Fahrwerksystemen für den Massenmarkt will der Zulieferer Tenneco bis 2011 seinen Marktanteil in diesem Geschäftsbereich vervierfachen. Unter den 100 größten Zulieferern war das US-Unternehmen
2007 mit einem Umsatz von rund 5,1 Milliarden Dollar auf Platz 34 gelistet (2006: Platz 45). Beim Umsatz peilt das Unternehmen ein jährliches Wachstum von
bis zu 13 Prozent bis 2012 an. Derzeit gehören unter anderem VW, Audi, Ford und Mercedes zu den wichtigsten Kunden. Endverbrauchern ist Tenneco vor allem durch die Stoßdämpfermarke Monroe ein Begriff. Mit dem elektronischen Fahrwerk für den Passat CC hat der Zulieferer einen weiteren Schritt in Richtung Volumensegmente gemacht. Laut Koen Reybrouck, Direktor für Technologie bei Tenneco, bietet ein elektronisch geregeltes Fahrwerk „einen viel besseren Kompromiss zwischen Sicherheit und Komfort“. Zudem ließe sich mithilfe
der Elektronik ein fahrzeugspezifisches Fahrgefühl programmieren.
Das Fahrwerk kann über die Elektronik mit der Motorsteuerung und der Lenkung gekoppelt werden und so ein nach Kundenwunsch definiertes Fahrverhalten
generieren. Dennoch ist die Ausrüstungsquote bei Volumenmodellen wie beispielsweise dem Ford Mondeo recht gering. „Die Technologie ist nicht günstig“,
gibt Reybrouck zu. So verlangt Ford einen Aufpreis von 965 Euro, bei VW muss der Kunde 1065 Euro zusätzlich bezahlen. Doch innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen sich adaptive Fahrwerke auch vermehrt im C-Segment durchsetzen. „Das wird mittelfristig auch im B-Segment kommen“, sagt Reybrouck. Voraussichtlich
wird unter anderem die nächste Generation der Mercedes A-Klasse mit einem adaptiven Fahrwerk bestellbar sein. Mehrgewicht eliminieren Wichtig ist dabei vor allem die Anbindung an Fahrerassistenzsysteme. „Das bringt uns zusätzliche
Stückzahlen, was sich auch positiv auf die Preise auswirkt“, erklärt Reybrouck.
Darüber hinaus soll in künftigen Fahrwerkgenerationen das Mehrgewicht von derzeit rund fünf Kilogramm eliminiert werden. Bis dahin hofft der Zulieferer auf eine wachsende Nachfrage, vor allem durch die Einführung der sogenannten CES-Dämpfer beim Passat CC. Die CES-Stoßdämpfer, die in Zusammenarbeit
mit dem Ventilehersteller Öhlins Racing entwickelt wurden, können Ventilanpassungen in nur zehn Millisekunden vornehmen und so das Fahrverhalten positiv beeinflussen.