Frankfurt/Main. Ganz im Sinne des diesjährigen IAA-Mottos "Zukunft serienmäßig“ stellt die Technische Universität München in Frankfurt die Studie "Mute“ vor. Selbst gestecktes Ziel der Entwickler: "Das Elektroauto soll nicht teurer sein als ein vergleichbares Benziner-Modell", sagt Stephan Matz, zuständig für das Gesamtkonzept des Mute. Mehr als 200 Studenten von 20 verschiedenen Lehrstühlen waren an der Entwicklung des zukunftsfähigen Elektroautos beteiligt. Technische Details sind bislang allerdings rar.
So soll das 3,55 Meter lange Fahrzeug mit einem Gewicht von lediglich 500 Kilogramm eine Reichweite von 100 Kilometern haben. Der 20-PS-Motor beschleunigt den Zweisitzer auf maximal 120 km/h. Die Entwickler positionierten den Mute bewusst nicht als Allrounder. Vielmehr liegt der Anwendungsbereich des Fahrzeugs in der regionalen Mobilität. "Aus technischer Sicht wäre auch eine Reichweite von 200 Kilometern möglich", sagt Matz, "das wäre dann wirtschaftlich aber nicht mehr sinnvoll." Da die komplette Konstruktion des Prototyps auf maximale Effizienz ausgelegt ist, benötige man gar keine große Batterie, wie man sie aus ähnlichen Modellen kennt.
Parallel zur Entwicklung des Mute erarbeitet der Lehrstuhl für Entrepreneurial Finance verschiedene Geschäftsmodelle und Vertriebskonzepte für Elektrofahrzeuge, die eine Serienfertigung aus wirtschaftlicher Sicht rechtfertigen. Dabei wird analysiert, wie Service- und Mobilitätskonzepte gestaltet sein müssten, um rentabel zu sein. Die Technische Universität München kam zu dem Ergebnis, Elektromobilität für jedermann bis 2015 realisieren zu können. Was wird aus dem Mute? Derzeit gebe keine Verhandlungen mit Interessenten für das innovative Konzept, sagt Matz. "Es wäre schön, einen OEM zu finden." Auch, weil sich dann neue Forschungsmöglichkeiten eröffnen würden. Fahrdynamiktests hat das Auto bereits absolviert. Auf der IAA wird der Mute nun erstmals im finalen Design präsentiert. Nach der Messe sind weitere Testfahrten – auch für externe Autoexperten – geplant.