Berlin. T-Systems-Manager Saße sprach sich für Nachrüstlösungen aus, um bereits auf dem Markt befindliche Autos zu vernetzen. „Die Hersteller brauchen Antworten für diesen Markt. Nur dann, wenn die Masse der Verkehrsteilnehmer vernetzt ist und untereinander kommuniziert, profitieren wir alle davon“, sagte Saße und forderte: „Hersteller müssen sich von Insellösungen entfernen und die Fahrzeuge nicht nur mit denen der eigenen Marke kommunizieren lassen.“ Bei der technischen Umsetzung weist Saße dem Smartphone eine wichtige Rolle zu: „Ein vernetztes Auto hat nämlich nicht jeder, ein Smartphone schon.“ Rinderknecht möchte sich auf derlei Lösungen nicht verlassen. „Wer im Auto sitzt und sein Leben einer Maschine anvertraut, gibt das Höchste aus der Hand, was er hat. Dazu braucht es eine Technik, der man blind vertrauen kann.“ Er sieht das vernetzte Auto erst dann auf der Straße, wenn die Technik ausgereift ist. „Nur das Komplette macht Sinn. Wie soll man zurzeit ein Smartphone während der Fahrt bedienen? Wenn ich parallel etwas machen will, muss mir das Auto das Fahren abnehmen. Etwa im Stau. Einzig das autonome Fahren ist für mich die Zukunft“, sagte er.
T-Systems Breakfast
Ein vernetztes Auto hat nicht jeder, ein Smartphone schon
Vernetzung polarisiert, das wurde beim T-Systems Breakfast des Automobilwoche Kongress deutlich. Ist das vernetzte Auto der Heilsbringer für die Branche? Jörg Saße, Vertriebschef der Geschäftseinheit „Vernetztes Fahrzeug“ bei T-Systems, und Frank Rinderknecht, Gründer und Chef der Firma Rinspeed, diskutierten darüber.
Hackerangriffe drohen
Einig waren sich Rinderknecht und Saße bei der Einschätzung von Big Data: Hier liegen Geschäftsmodelle auf der Straße. Doch die Daten müssten sicher verschlüsselt sein. „50 Hackerangriffe pro Minute haben wir getrackt, da kann auch ein Auto schnell zur Zielscheibe werden“, sagte Saße. Darum fordert Rinderknecht, dass allein der Fahrer entscheidet, welche Daten er teilen will und welche privat bleiben.