Herr Persy, wie läuft das Gebrauchtwagengeschäft zur Zeit?
Zur Zeit profitiert es stark davon, dass der Privatkunde lieber eine schnelle Gebrauchtwagenentscheidung trifft, als zu bestellen. Das ist ein allgemeiner Trend. Ein neues Smartphone will man ja auch nicht erst in einigen Wochen.
Einen schnellen Kauf gäbe es auch bei einem Bestandsneuwagen.
Ja, aber wenn der Kunde ins Autohaus kommt, stehen in Deutschland höchst attraktive Gebrauchte auf dem Hof. Durch Strategien wie Weltauto lenken Handel und VW-Konzern die Aufmerksamkeit des Kunden bewusst dorthin. Das professionelle Gebraucht-Geschäft ist Prämisse und auch wichtige Wertschöpfungsvoraussetzung für den Neuwagenbereich und wir haben uns da deutlich verbessert.
Inwiefern?
Gebrauchtwagenverkäufer sind heute besser ausgebildet. Außerdem haben wir die Standards erhöht und Leistungen wie Umtauschrecht, Inzahlungnahme, Finanzierungsmöglichkeiten, Wartungs- und Verschleißpakete im Angebot.
Wie bilden Sie aus?
Seit zwei Jahren gibt es eine Gebrauchtwagenverkaufsleiter-Ausbildung von Konzernseite. Früher haben wir das selbst gemacht. Und bei uns im Haus ist es zudem üblich, dass neue Gebrauchtwagenverkaufsleiter auch die Ausbildung zum Neuwagenverkaufsleiter machen, damit sie beide Seiten kennen.
Wie ist die hausinterne Hackordnung zwischen Ihren Neu- und Gebrauchtwagenverkäufern?
Ich würde hier keine Gruppe vorne sehen. Aber grundsätzlich unterscheiden sie sich vom Naturell her. Der eine muss mit dem Kunden im Winter bei minus 20 Grad ans Auto gehen, der andere sitzt mit ihm bei einem Cappuccino im Showroom und stellt ein Auto zusammen.
Woher beziehen Sie Ihre Gebrauchten?
Leasingrückläufer von Firmenkunden und Inzahlungnahmen spielen eine große Rolle. Natürlich kaufen wir auch zu – vor allem vom Hersteller. Und wir haben auch die verschiedenen Portale im Auge, die diesen Markt bedienen.
Glauben Sie dass die Rolle dieser Portale wachsen wird?
Das darf man nicht unterschätzen. Die Portale machen es Leuten, die ihr Auto vermarkten wollen, relativ einfach. Letztlich sind sie eine logische Folge der Neuwagenportale. Denn die Leute, die dort ein neues Auto kaufen, wollen ihr altes ja auch los werden.