Bergisch Gladbach. Der Onlinehandel mit Autoteilen und Zubehör boomt. Auf gut zwei Milliarden Euro schätzt Antti Wolk von Wolk After Sales Experts den Umsatz 2014 in Deutschland – zugehörige Dienstleistungen nicht mitgerechnet. Die Wachstumsraten sind zweistellig. Klar führend ist Ebay Motors mit einem geschätzten Umsatz knapp unter einer Milliarde Euro. 15.000 Verkäufer und damit sieben von zehn aller in Deutschland vertretenen Online-Teilehändler sind dort laut Wolk zu finden.
Amazon, die Nummer zwei auf dem Markt, kommt mit geschätzten 250 Millionen Euro Umsatz nur auf ein Viertel. Auch hier kommt es vor allem auf den Marktplatz an, denn der Eigenverkauf des Portals macht nur 50 Millionen aus. Dennoch sieht Wolk großes Potenzial. Amazon biete höheren Bedienkomfort für die Kunden und binde diese stärker an sich. Zudem werde der Anbieter mit zusätzlichen Diensten wie tagesaktuellen Lieferungen zunehmend attraktiv.
Dass derzeit Ebay Motors noch so weit vorn liegt, könnte laut Wolk auch an den Kunden liegen: Der größte Teil seien Werkstätten und Schrauber mit Fachwissen, die oft direkt nach der Produktnummer suchen und so Mängel beim Bedienkomfort ausgleichen. Zudem seien die Hürden für kleine Marktteilnehmer auf Marktplätzen wie Ebay Motors sehr niedrig. Kleine und mittlere Anbieter sorgen dort für 90 Prozent des Umsatzes.