München. Die Batterietechnik im Auto steht vor einer Revolution, die nicht nur Hybrid-Fahrzeuge betrifft. Der Bedarf an elektrischer Energie steigt, und auch die Zahl elektrischer Verbraucher nimmt zu. Dabei gewinnt die Lithium-Ionen-Batterie als Alternative zum Blei-Säure- oder Nickel-Metallhydrid-Akku an Bedeutung.
Versuchsautos verschiedener Hersteller existieren bereits. „In etwa zwei Jahren wird es erste Serien-Hybrid-Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterie geben“, sagt Klaus Brandt, Geschäftsführer der Gaia Akkumulatorenwerke. Der Zulieferer hat sich ganz auf die Entwicklung der Lithium-Ionen-Technik spezialisiert. Ihr Vorteil: Die Akkus sind bei hoher Leistungs- und Energiedichte sowie hoher Zyklenfestigkeit vergleichsweise klein und leicht. Das macht sie vor allem für den Einsatz in Vollhybrid-Fahrzeugen geeignet, die mit Benzin- oder Elektromotor fahren können und entsprechend große und bisher schwere Batterien benötigen.
Es scheint ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu werden: Manche Experten sehen Toyota mit der nächsten Generation des Prius bei der Lithium-Ionen-Technik ganz vorn. Andere geben den europäischen Herstellern bessere Chancen. Bei ihnen sei die Batterie über die Erprobung im Vollhybrid schon hinaus, heißt aus der Industrie.
Beim neuen Prius arbeitet Toyota wie schon bisher bei der Nickel-Metallhydrid-Batterie mit Panasonic zusammen. Doch könnten im Batteriemarkt künftig ganz neue Namen auftauchen: Nissan etwa hat sich im April an einem Joint Venture mit NEC beteiligt. Neben Gaia steht auch Continental in den Startlöchern. Der Zulieferer entwickelt mit einem Partner eine Lithium-Ionen-Batterie, die bis 2010 marktreif sein soll. Und Degussa und Altair Nano forcieren mit neu entwickelten Batteriekomponenten, etwa Elektroden und Separatoren, die Fertigung in Partnerunternehmen.