München. Der chinesische Bildungsminister Guiren Yuan unterzeichnete bei seinem Besuch ein Memorandum zur Ausbildungskooperation, mit dem VW und die chinesische Regierung die duale Berufsausbildung in China vorantreiben wollen. Geplant sind neun Kompetenzzentren zur Lehrerausbildung sowie Lehrprogramme, die nach deutschem Vorbild Theorie und Praxis verzahnen. Die ersten beiden Zentren wurden bereits in Changchun und Yizheng gegründet.
Enormer Zulauf
„Schulsysteme sind international sehr unterschiedlich. Deshalb arbeitet Volkswagen an seinen Standorten mit Regierungen und regionalen Ausbildungseinrichtungen zusammen, um das duale Prinzip den nationalen Voraussetzungen entsprechend umzusetzen“, erläutert Ralph Linde, Leiter der Volkswagen Group Academy. „Duale Ausbildung nach deutschem Vorbild ist ein Erfolgsmodell: Der Zulauf an Bewerbern ist enorm“, sagt Schaefflers Ausbildungsleiter Bernhard Schwab. Auch andere Unternehmen fördern das Ausbildungssystem. Dabei etablieren sich Kooperationen. „So gibt es in der Stadt Brasov in Rumänien ein Gemeinschaftsprojekt ortsansässiger deutscher Unternehmen, die gemeinsam mit der Stadt eine Berufsschule nach dem dualen System betreiben“, erläutert Schwab. Schaeffler dehnt die duale Ausbildung 2015 auf Russland und die Slowakei aus. In China, so berichtet Schwab, versuchen Kommunen, das duale System in den Berufsschulen zu implementieren. Die Berufsschulen errichteten dazu auf ihrem Gelände Gebäude, in denen Unternehmen Azubis ausbilden können. „Auch immer mehr lokale Unternehmen übernehmen das duale System“, sagt Schwab. VW nutzt ebenfalls Kooperationen. „So existiert in Portugal eine Ausbildungszusammenarbeit mit Siemens, Bosch und rund 50 weiteren Unternehmen. Gerade im Umfeld deutscher Firmen übernehmen auch lokale Unternehmen das Modell der dualen Ausbildung“, erläutert ein Sprecher.