Hamburg. Kurz vor der Hauptversammlung von VW am 24. April in Hamburg steigt der Druck auf den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff, den Streit mit VW-Großaktionär Porsche beizulegen. Wie Automobilwoche aus dem VW-Aufsichtsrat erfuhr, drängen nach der monatelangen Fehde, die sich nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zum VW-Gesetz an der Sperrminorität des Anteilseigners Niedersachsen entzündete, Vertreter der Kapitalseite hinter den Kulissen auf einen Kompromiss.
"Wenn sich nicht beide Seiten schnell noch bewegen, werden auf der Hauptversammlung weder Niedersachsen noch Porsche die erforderliche Mehrheit für ihre Anträge erhalten", fürchtet ein Insider des VW-Aufsichtsrats. "Dann wären für lange Zeit die Juristen am Zug - das kann nicht im Interesse der Streitparteien sein."
Wie Wulff gehört auch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking dem sechsköpfigen Präsidium des Aufsichtsrats an, der am Tag vor der VW-HV tagen wird.
"Präsidiumschef Ferdinand Piëch und Wiedeking könnten Wulff eine Art befristete Bestandsgarantie für die deutschen VW-Standorte bieten", deutet der Insider einen möglichen Kompromiss an. "Dann müsste Wulff einlenken." Niedersachsen besteht auf ein Vetorecht bei allen Entscheidungen.