Genf. Der Abgasskandal im VW-Konzern hat die Diesel-Verkäufe deutscher Autohersteller in den USA massiv einbrechen lassen. Bei BMW und Mercedes sanken die Absätze im Januar 2016 um fast zwei Drittel gegenüber dem Vorjahresmonat.
Dennoch wollen die deutschen Autobauer die USA als Dieselmarkt nicht aufgeben: "Im Moment sehen wir keinen Anlass, unsere Pläne zu verändern. Der Diesel hilft uns beim Thema Kohlendioxid, auch wenn wir vom Anteil her immer unter fünf Prozent lagen und dies so gesehen keine sehr relevante Größe ist", so Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. Er hält sich aber eine Hintertür für einen Ausstieg offen: "Wie wirtschaftlich sinnvoll die Aufwendungen angesichts schärferer Gesetzgebung in der Zukunft sind, muss man sich anschauen."
Volkswagen und Audi bieten derzeit in den Vereinigten Staaten keine Dieselfahrzeuge an. Den Verkauf hatte VW Pkw im vergangenen September, als der Betrugsskandal bekannt wurde, vorläufig gestoppt. "Wir werden am Diesel festhalten, wir geben da nicht auf", sagte VW-Markenchef Herbert Diess am Rande des Genfer Auto-Salons vor Journalisten. Auch Audi will mit dem Diesel zurückkehren.
Pessimistischer sehen Japans Autohersteller die Zukunft des Diesels. "Die Dieseltechnologie im Pkw-Bereich ist weltweit auf dem Rückzug. Toyota hat das schon lange erkannt und sieht sich durch die Entwicklung in den USA darin bestätigt", erklärte Toyota-Europa-Vorstand Jacques Pieraerts. Mazdas Europa-Chef Jeff Guyton ist sich sogar sicher: "Der Diesel-Pkw hat in den USA keine Chance mehr."