München. Am 6. Juni blickt die Autoindustrie gespannt nach Heiligendamm an der Ostsee. Dort hat Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G8-Gipfel die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen zu Gast. Einer der wichtigsten Punkte auf der Agenda ist dabei der Klimaschutz. Lieblingsfeind der Politiker: die Autoindustrie. Bisher hat die Politik jedoch nicht mehr hervorgebracht als ein Strategiepapier der Europäischen Union, das besagt, dass die Fahrzeughersteller bis 2012 den durchschnittlichen CO2-Ausstoß ihrer Flotten auf 130 g/km senken müssen.
Was auch immer in Heiligendamm beschlossen wird: Die Zukunft des Autos ist grün, das steht auch für die Fachleute der Industrie fest. Nicht nur die Politik, auch eine wachsende Zahl von Kunden will es so.
Es gilt also, Fehlentwicklungen zu korrigieren. In den vergangenen 25 Jahren wurden theoretisch mögliche Kraftstoff- und damit CO2-Einsparungen nur unzureichend umgesetzt. Die Gewichtszunahme der Fahrzeuge um bis zu 69 Prozent hat dafür gesorgt, "die erzielten Einsparerfolge beim Kraftstoffverbrauch und die daran gekoppelten CO2-Emissionen zu einem großen Teil zu kompensieren", sagt Dekra-Chef Clemens Klinke. Gewichtsbereinigt sei der CO2-Ausstoß immerhin um 28 Prozent niedriger als zu Beginn der 80er-Jahre.
Nun haben die Autohersteller dem Gewicht den Kampf angesagt. So versprach Volkswagen, jedes neue Modell werde weniger wiegen und weniger verbrauchen als der Vorgänger. Andere, wie der japanische Importeur Mazda, folgen diesem Beispiel: Der neue Mazda2 soll zehn Prozent an Gewicht verlieren.