Nürnberg. Die Feser & Graf-Gruppe hat im vergangenen Jahr beim Umsatz die Milliardenmarke geknackt. Mit insgesamt 46.791 verkauften Autos des Volkswagen-Konzerns schaffte Deutschlands zweitgrößter VW-Partner einen Rekorderlös. Weil aber der Gewinn hinter dem Vorjahr zurückblieb, sprechen die beiden Gesellschafter Uwe Feser und Wilhelm Graf nur vom "zweitbesten Jahr der Firmengeschichte“.
Uwe Feser wertet 2012 als "sehr gutes Autojahr“ für seine Handelsgruppe, die mit 24 Standorten im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen den Handel mit den VW-Konzernmarken in der finanzstarken Region Mittelfranken dominiert und sich hinter die Gottfried-Schultz-Gruppe auf Rang zwei der größten VW-Händler Deutschlands geschoben hat. Allerdings, fügt Feser hinzu, habe man im vergangenen Jahr noch von einem großen Auftragspolster aus dem Jahr 2011 profitiert. Ins neue Jahr wurden deutlich weniger Aufträge mitgenommen, weshalb nun bereits das Erreichen der Zahlen aus 2012 die Erwartungen von Feser & Graf übertreffen würde. "Unser Jahresziel für 2013 ist ein Ergebnis rund fünf Prozent unter Vorjahr“, sagt Feser.Dass der Umsatz im vergangenen Jahr um 200 Millionen Euro gesteigert werden konnte, lag vor allem am Großkundengeschäft. Hier agiert die Handelsgruppe zwar wie ein Vermittler für den VW-Konzern, aber der Umsatz wird ihr zugerechnet. Das brachte insgesamt 300 Millionen Euro ein, allein ein Auftrag umfasste 1500 Fahrzeuge. Die Großkunden-Leistungszentren der Nürnberger führen große Namen der deutschen Wirtschaft wie Siemens, Diehl und Eon auf ihrer Referenzliste. Gut 9000 Autos wurden 2012 an Großabnehmer geliefert.Die Umsatzmilliarde geknackt
Die Nürnberger Autohandelsgruppe Feser & Graf, Deutschlands zweitgrößter VW-Partner, gibt sich nach dem Umsatzrekord 2012 für das Jahr 2013 vorsichtig.
Preisdruck belastet
Der Gewinn litt aber unter dem Preisdruck im Gebrauchtwagenhandel und der Rabattschlacht bei Neuwagen. "Die Bruttogewinne im Neuwagengeschäft sind wie bei allen anderen Händlern zurückgegangen“, sagt Feser und fügt hinzu: "Bei VW und Audi lief das Konjunkturprogramm aus, mit dem die Restwerte der Gebrauchten gestützt wurden. Somit kam es hier zu niedrigeren Erträgen.“
Erfreulicher ist da schon der Verkaufsbeginn des neuen Golf, der laut Feser besser anläuft als der Vorgänger. Bei Škoda setzt ergroße Hoffnungen in den neuen Octavia, der im Mai kommt. Feser und Graf wollen sich auch künftig ausschließlich auf VW-Marken und ihr mittelfränkisches Stammgebiet konzentrieren. Deshalb habe man kein Interesse an Häusern wie der Autowelt König in Oberfranken. "Warum sollten wir das tun?“, fragt Wilhelm Graf. "Wir müssen auch an die Logistik denken, und eine Expansion muss in unsere Struktur passen. Je größer man wird, desto unbeweglicher wird man“, gibt er zu bedenken.Auch eine mögliche Übernahme der VW-Häuser von Pillenstein, deren Audi-Geschäft Feser & Graf 2010 aufgekauft hat, ist derzeit kein Thema. "Wir führen keine Gespräche“, erklären die Gesellschafter hierzu, denn: "Größe ist nicht alles“, betont Graf. Er arbeite weiter daran, das Unternehmen bis 2015 frei von Fremdkapital zu machen. "Dabei sind wir voll im Plan“, sagt Graf.Bei Feser & Graf stellt man sich mittelfristig auf einen Rückgang im Servicegeschäft ein, weil die Qualität der Fahrzeuge steigt und Wartungsintervalle länger werden. "Das wird in fünf bis sechs Jahren ein Thema“, sagt Graf. Das Werkstattgeschäft gehe zurück, deshalb wolle man die Kapazität auch nicht weiter ausbauen.Kennzahlen der FESER & GRAF-Gruppe
Vertriebsgebiet: Insgesamt 26 Standorte, davon 24 in der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen und zwei Standorte in Bernburg in Sachsen-Anhalt, Räderterminal in Nürnberg für 12.000 Rädersätze
Marken: Audi, Lamborghini, Seat, Škoda, Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge, SuzukiMitarbeiter 2012: 1559 (davon 265 Azubis)Umsatz 2012: 1 Milliarde EuroGesamtabsatz 2012: 46.791Neuwagen: 20.228Gebrauchtwagen: 26.563Umsatzziel 2013: Rund fünf Prozent RückgangAbsatzziel 2013: Rund fünf Prozent Rückgang