Kerpen. Dafür, dass die koreanische Marke SsangYong auf dem deutschen Markt kaum eine Rolle spielte, war sie sehr präsent. Das lag zum einen an den bisweilen geradezu grotesk gestalteten Autos wie etwa dem Siebensitzer Rodius oder dem klobigen SUV Rexton. Es lag aber auch am recht spektakulären, vorläufigen Ende der hiesigen Aktivitäten. Anfang 2009 ging SsangYong als eines der ersten Industrieunternehmen in der Folge der damaligen Finanzkrise pleite. Wenig später meldete auch die Autohandelsgruppe Kroymans Insolvenz an, die bis dahin SsangYong in Deutschland vertrieben hatte. „Jetzt erfolgt ein kompletter Neustart“, sagt Ulrich Mehling, Geschäftsführer der neu gegründeten SsangYong Motors Deutschland GmbH in Kerpen.
Der Hersteller in Korea fand zwischenzeitlich mit dem indischen Fahrzeughersteller Mahindra & Mahindra einen neuen Mehrheitsaktionär. Den Vertrieb in Deutschland übernimmt – ebenso wie in den Benelux- Staaten, der Schweiz und Polen – das belgische Unternehmen Alcadis, eine Tochter der Alcopa- Handelsgruppe, die für das vergangene Jahr einen Umsatz von einer Milliarde Euro auswies. Die deutsche Gesellschaft der neuen SsangYong-Vertriebsorganisation ist seit dem 1. Januar dieses Jahres am Start – und kommt allmählich in Fahrt. Schwung in das Geschäft bringen soll das SUV-Modell Korando, bei dem es sich um ein von Grund auf neu entwickeltes Auto handelt. Das Design ließen die Koreaner in Turin bei Italdesign-Giugiaro entwerfen.
Der vorerst einzige Motor für das Auto, ein Zweiliter-Turbodiesel mit 175 PS Leistung, wurde von der Anstalt für Verbrennungsmotoren List im österreichischen Graz entwickelt. Angeboten wird das Auto in der Basisausstattung mit Frontantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe ab 22.900 Euro, die Allrad-Varianten starten bei einem Preis von 26.490 Euro. Der Korando ist das erste SsangYong-Modell mit selbsttragender Karosserie. Als vertrauensbildende Maßnahme gewährt der Hersteller fünf Jahre Garantie auf das Auto. Noch in diesem Jahr will die SsangYong Motors Deutschland GmbH etwa 1000 Fahrzeuge verkaufen, darunter 800 Korando- Modelle.
Rund 40 Händler seien derzeit für die Marke aktiv, sagt Mehling. Der Internet-Auftritt weist bislang 32 Betriebe aus, die übrigen befänden sich gerade in der Vorbereitungsphase. Bis Ende des Jahres plant Mehling hierzulande mit 100 Händlern, Ende 2012 sollen es dann 150 sein. Auch ein Produktfahrplan steht inzwischen: Im Herbst folgt der Korando mit Sechsgang-Automatikgetriebe, Anfang 2012 soll der Actyon Sports Pick-up auf den Markt kommen, Ende 2012 ein großes SUV und 2013 schließlich ein neues kleines SUV – wenn nichts dazwischenkommt.