Salzburg/Wien. Nimmt man die Pkw-Neuzulassungen als Maßstab, dann hat in Österreich keine Krise stattgefunden: Im Jahr 2009 wurden mit Unterstützung einer Abwrackprämie für 30.000 Fahrzeuge 8,7 Prozent mehr Neuwagen verkauft als im Vorjahr. Zur Überraschung aller legten die Zahlen auch ohne Subventionen 2010 um 2,9 Prozent auf 328.563 Einheiten zu. Nie wurden in einem Jahr in der Alpenrepublik mehr neue Pkw zugelassen. Zur Mitte des Jahres zeichnet sich für 2011 ein weiterer Rekord ab – trotz Erhöhung der Normverbrauchsabgabe (Nova) am 1. März. Diese orientiert sich am CO2-Ausstoß eines Neuwagens und kann beim Kauf eines der in Österreich so beliebten SUVs mehrere Tausend Euro betragen.
Die Kehrseite des Booms beschreibt Burkhard Ernst, Obmann des österreichischen Bundesgremiums Fahrzeughandel: „Trotz ausgezeichneter Absatzzahlen ist besonders im Autohandel die Ertragslage höchst besorgniserregend.“ Sie liege im Durchschnitt bei „ruinösen plus/minus null Prozent“. Vor allem den kleinen und mittelgroßen der 2200 Neu- und 1500 Gebrauchtwagenhändlern des Landes geht es nicht gut – während die beiden Branchenriesen, die zusammen über 40 Prozent Marktanteil haben, nicht klagen können. Der Porsche Holding werden in Österreich rund 33 Prozent Marktanteil zugerechnet, der Denzel-Guppe mit rund 1000 Mitarbeitern gut zehn Prozent. Zur Ertragslage sagt Wolf Dieter Hellmaier, Sprecher der Geschäftführung der Salzburger Porsche Holding: „Diese Durchschnittszahlen sind weit von jenen entfernt, die die von der Porsche Holding geführten Vertriebsorganisationen der VW-Konzernmarkten erwirtschaften.“