Manila. Dennoch dürfe man die benachbarte ASEAN-Region mit ihren zehn Staaten nicht außer Acht lassen. Wegen des derzeitigen Verkaufsvolumens auf den Philippinen von rund 150.000 Pkw jährlich mag der Markt recht unbedeutend erscheinen. Klingler hebt jedoch die Relevanz der gesamten Region hervor: „Die Bedeutung der Region ASEAN ist im Konzern heute schon hoch. Denn uns als Volkswagen-Konzern bietet die Region großes Potenzial. Verglichen mit anderen Regionen sind wir aktuell klar unterrepräsentiert. Da wollen wir ansetzen und unseren Marktanteil langfristig deutlich steigern.“ Weiming Soh, Vizepräsident der Volkswagen Group China, erklärte in Manila, „dass das Bruttoinlandsprodukt auf den Philippinen derzeit um 7,5 Prozent steigt. Wenn die Regierung ihre aktuelle Politik weiterverfolgt, wird der Importmarkt für Automobile weiter wachsen.“ Nach Thailand, Malaysia und Indonesien ist der Sprung auf die Philippinen eine logische Konsequenz. Volkswagens Präsenz dort ist zugleich eine Kampfansage: Neben Marktführer Toyota buhlt auch der koreanische Hersteller Hyundai um die Gunst der Kunden. Als Bestandteil des ASEAN-Raums sind die Philippinen „als strategischer Markt zu sehen“, wirft Soh einen Blick auf den globalen Wettbewerb mit der asiatischen Konkurrenz. Das bekräftigt auch Klingler: „Ganz klar für uns ist: Wir wollen unseren Marktanteil von aktuell gut einem Prozent in der Region deutlich steigern und am Wachstum teilhaben. Das geht nicht nur über den Import und Verkauf. Mittelfristig wollen wir für die jeweiligen Märkte auch Fahrzeuge vor Ort bauen.“ Auf den Philippinen will Volkswagen einen Marktanteil von bis zu zehn Prozent erreichen. Bei seinen Ambitionen auf den Philippinen setzt Volkswagen auf die einheimische Ayala-Group als Importeur. Das Familienunternehmen blickt auf eine 180-jährige erfolgreiche Geschichte zurück. Fernando Zobel de Ayala, Chef des Unternehmens, sieht die vor ihm liegenden Aufgaben mit Volkswagen als Herausforderung: „Wir wollen ein großer Spieler im Automobilsektor werden. Es ist ein Glücksfall, dass Volkswagen gerade jetzt auf die Philippinen zurückkommt und uns als Partner ausgewählt hat.“ Für den Start setzt Ayala zunächst auf die Etablierung eines stabilen Händlernetzes. Dafür sollen in den kommenden Monaten die ersten vier Händler im Großraum Manila eröffnen, bevor es dann in den übrigen Metropolen des Landes weitergehen wird.
Die Philippinen wiederentdeckt
Europa liegt danieder, China und die USA werden nicht ewig wachsen. Volkswagen sucht neue Märkte – und ist im Westpazifik fündig geworden, unter anderem auf den Philippinen. „Für Volkswagen zählt nicht die Momentaufnahme, sondern das langfristige Potenzial“, erklärt Volkswagens Konzernvorstand für Vertrieb und Marketing Christian Klingler: „China wächst nach wie vor, wenn auch wie erwartet weniger rasant. Klar ist: China ist und bleibt der wichtigste Markt für den Konzern.“