Berlin. Mit einer umfassenden Werbe- und Marketingkampagne wirbt Daimler nach der Trennung von Chrysler für den neuen Konzernnamen. Damit geht das Projekt „Name Change“ in die letzte Phase. Insgesamt 70 Millionen Euro kostet die Umbenennung des Konzerns, die auch alle Werke und Standorte betrifft.
Eine außerordentliche Hauptversammlung hatte die Namensänderung mit 98,76 Prozent der Stimmen abgesegnet. Zuvor hatte Konzernchef Dieter Zetsche die neue Identität des Unternehmens beschworen: „Mit dem Konzernnamen Daimler setzen wir ein klares Zeichen, dass wir ein neues Kapitel aufschlagen und gleichzeitig unsere Tradition als Erfinder des Automobils würdigen.“ Zahlreiche Aktionäre, darunter auch die Ur-Ur-Großnichte von Carl Benz, Heidemarie Hirsch, hatten für die Wiedereinführung des Namens Daimler-Benz plädiert. Vergeblich. Dieter Zetsche will unbedingt den Eindruck vermeiden, das Unternehmen habe sich in neun Jahren DaimlerChrysler-Fusion nur im Kreis gedreht.
Kritikern des neuen, kurzen Signets entgegnet Zetsche, der Name von Autopionier Carl Benz werde nicht an Wert verlieren. Durch die Umbenennung der Mercedes Car Group in Mercedes-Benz Cars werde der Name sogar deutlich prominenter platziert. Gottlieb Daimler hatte den ersten schnelldrehenden Viertaktmotor gebaut, Carl Benz das erste Auto.
Als Zugeständnis an die Fans von Carl Benz wird nicht nur die Mercedes Car Group den Namen Mercedes-Benz Cars bekommen. Auch alle Werke, in denen Mercedes-Produkte hergestellt werden, heißen künftig Mercedes-Benz Werk. Bisher firmierten sie unter DaimlerChrysler Werk. Die bisherige Truck Group mit ihren fünf Lkw- und Bus-Marken Mercedes-Benz, Freightliner, Western Star, Sterling und Fuso wird unter dem Namen Daimler Trucks geführt.
Um den Namen Daimler in dieser Form nutzen zu können, musste das Unternehmen die Namensrechte von Ford für 20 Millionen Dollar zurückkaufen. Ford war über seine britische Tochter Jaguar an den Namen Daimler gekommen. Gottlieb Daimler hatte schon im 19. Jahrhundert das Namensrecht an die Briten vergeben. Jaguar nennt seine Luxus-Modelle Daimler.
In den vergangenen 18 Monaten habe man das Unternehmen „systematisch durchkämmt“, für die Geschäftsfelder „konkrete Vorwärtsstrategien definiert“, die Verwaltung gestrafft und erheblich in Forschung und Entwicklung investiert: „Wir starten mit Daimler von einer sehr guten Basis“, sagte Zetsche. Demnach hat das Stuttgarter Unternehmen seit Jahresbeginn 942.300 Autos der Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach verkauft, rund 8000 mehr als im Vorjahr.
Die S-Klasse sei unangefochtener Marktführer in ihrem Segment, so Zetsche stolz: „Wir haben per August 39 Prozent mehr verkauft als unsere Freunde aus München und Ingolstadt in diesem Segment zusammen.“ Damit bestätigt er indirekt, was Daimler-Aktionäre lange befürchtet hatten: Chrysler war nur ein Klotz am Bein.