Berlin. "Wir sind jetzt seit 34 Jahren mit Toyota unterwegs“, sagt Detlef Slupinski, Chef der Motor Company in Berlin, "und ich habe immer zuerst gefragt: Wo sind unsere Chancen?“ Insgesamt elf Autohäuser im Großraum Berlin gehören mittlerweile zur Motor Company, der lokale Toyota- Marktanteil liegt mit aktuell 3,36 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 2,42 Prozent (per Ende April).
Wenn sich eine Gelegenheit bot, griff Slupinski zu – so wie im Jahr 2009, als sich die Wellergruppe aus der Bundeshauptstadt zurückzog. "Wir haben von Weller ein ganzes Gebiet übernommen“, berichtet der Geschäftsführer. "Dabei hat uns die Wirtschaftskrise nicht weiter interessiert. Wir haben die Chance gesehen und genutzt.“ Das Autohaus in Großziethen wechselte mitsamt der Belegschaft zur Motor Company. Der Kauf des Weller-Betriebs machte den Löwenanteil der Gesamtinvestition in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus, die Slupinski 2009 in die Expansion steckte. Neben Großziethen wurden im Jahr 2009 zwei weitere Betriebe in der Neuköllner Buschkrugallee und in Berlin-Mitte eröffnet. Die ehemaligen Weller-Kunden – immerhin 8300, die zu den rund 63.000 Bestandskunden der Motor Company hinzukamen – haben den Wechsel problemlos mitgemacht, berichtet Slupinski: "Es gab keine einzige Anfrage bei der Kölner Toyota-Zentrale, weil ein Kunde irritiert war oder sich beschweren wollte“, so der Geschäftsführer. "Das war eine stramme Team-Leistung.“ Durch die Übernahme hat sich der Interbrandwettbewerb bei Toyota, der früher in der Bundeshauptstadt sehr hoch war, etwas beruhigt, berichtet der Motor Company-Chef.
Auf die Negativschlagzeilen durch diverse Toyota-Rückrufe im Frühjahr 2010 haben die Kunden der Motor Company zum größten Teil gelassen reagiert: "Vielleicht ein Dutzend unserer Kunden war ein bisschen ängstlich“, erinnert sich Slupinski, "aber für unsere erfahrenen Toyota-Kunden war das Thema gar kein Problem.“ Spürbar waren die Folgen der Rückrufe allerdings bei potenziellen Neukunden: "Wir haben weniger Fremdmarken als je zuvor in Zahlung genommen“, sagt Slupinski, "doch wir hoffen, dass das jetzt wieder besser wird.“ Besser werden muss nach Überzeugung des Unternehmers, der 1976 hierzulande "als zwölfter Toyota-Händler“ startete, auch die Modellpalette der Japaner: "Man hat uns viel zu viele Modelle weggenommen, die wir dringend benötigen“, kritisiert er. Die Palette müsse wieder den Umfang der Jahre 2004/2005 erreichen. "Die Varianten sind ja da, nur hier bekommen wir sie nicht.“ Außerdem wünscht er sich von seinem Importeur eine "ehrliche Vorausschau für die nächsten drei Jahre“ – und ein wenig Selbstkritik: "Noch immer fragen bei uns Kunden nach dem Corolla als dem Inbegriff von Zuverlässigkeit. Warum man dieses Modell in Auris umbenannt hat, habe ich bis heute nicht verstanden.“