"Für die ausländischen Autobauer wird es wichtig sein, die richtigen Modelle zur richtigen Zeit zu haben", sagt Jochen Siebert, Managing Director von JSC Automotive in Schanghai. VW etwa versäumte es jahrelang, in das boomende Segment der Sportgeländewagen einzusteigen. Das Segment wuchs 2015 um gut 40 Prozent auf 6,5 Millionen SUVs. "Mehr als die Hälft e davon nehmen inzwischen lokale Marken wie Great Wall ein", sagt Michael Dunne, Autoexperte mit eigener Beratungsfirma in Hongkong. General Motors hat eine deutlich breitere Modellpalette und konnte im Gegensatz zu VW 2015 zumindest ein wenig zulegen.
Daimler verdankt sein starkes Wachstum auch der Tatsache, das aktuellste Portfolio der Premiumanbieter zu haben. Marktführer Audi legt nun nach und bringt bis zum Sommer zehn neue Modelle. Den Anfang machten der neue Q7 und das Facelift des A6 in der Langversion. "Wir legen dieses Jahr mit einem breit angelegten Generationswechsel in unserem chinesischen Modellportfolio die Basis für weiteres Wachstum: Bis Sommer 2016 starten Nachfolgemodelle für rund 60 Prozent unseres China-Absatzes", sagt Audis China-Chef Joachim Wedler. Audi hält an den langfristigen Wachstumsplänen für China fest – wie auch der gesamte VW-Konzern. Zwei Fabriken des Konzerns sind in Qingdao und Tianjin in Bau.
"VW wird 2016 zusammen mit seinen Joint-Venture-Partnern wie geplant mehr als vier Milliarden Euro vor allem für umweltfreundliche Produkte und nachhaltige Produktionsprozesse investieren", teilte VW China mit. Die Marke VW führt 21 Modelle ein, darunter New Bora, Golf Sportsvan und Magotan, ein C-Modell, ein Facelift des Passat und der Touran L. Bis 2020 will der Konzern – mit Audi und Škoda – zehn neue, lokal produzierte SUVs auf den Markt bringen.
Auch BMW und Daimler bauen weiter aus. BMW werde die Zahl lokal produzierter Modelle von drei auf sechs erhöhen, sagt China-Chef Olaf Kastner. Es werde ein Einsteigermodell unterhalb der Dreier-Reihe geben, Chinaspezifische Varianten des BMW X3 sowie des BMW Zweier Active Tourer. "BMW bedient inzwischen eine sehr viel größere Kundenbasis, die verstärkt Kompakt- und Mittelklasse-Fahrzeuge nachfragt, zusätzlich zu den Oberklasse-Modellen", so Kastner.
Daimler wird 2016 eine lokal produzierte Langversion der E-Klasse sowie die Großraumlimousine V-Klasse auf den Markt bringen und kündigte auf dem Genfer Auto-Salon den Bau eines weiteren Motorenwerks in Peking an.