Detroit. Amerikas Autoindustrie will beim Heimspiel in Detroit wieder Stärke zeigen. Doch der Stadt fehlt es noch immer an Glanz und Gloria. Die legendäre Woodward Avenue, einst schillernder als der Broadway, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Keine fünf Autominuten jenseits des Zentrums sieht man mehr ausgebrannte Bauruinen als in manchem Kriegsgebiet.
Doch der erste Eindruck trügt: Nicht nur die wichtigste Industrie der Stadt, auch Motor City selbst kommt langsam wieder in Fahrt. Genau ein Jahr nachdem die Stadt das im Juli 2013 unter der Last von 18 Milliarden Dollar Schulden gestartete Insolvenzverfahren abgeschlossen hat, stellen die Analysten der PS-Metropole wieder ein ordentliches Zeugnis aus.
Schon im Sommer hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit der Stadt um eine Stufe angehoben. Jetzt lobt Moody's-Manager Matthew Butler die Stadtväter erneut: Die Beschäftigungsrate steige schneller als erwartet, und die Arbeitslosenquote sei im September von zuletzt 16 auf 11,5 Prozent gefallen. Doch für Entwarnung ist es zu früh: "Diese positiven Entwicklungen müssen beschleunigt werden, und die Stadt muss neue Einnahmen generieren", mahnt Butler mit Blick auf die hohen Ausgaben, die in den nächsten Jahren fällig werden. So rechnet Moody's für das Jahr 2024 allein mit Pensionszahlungen von fast 200 Millionen Dollar.