Neckarsulm/Wien. Strategisch sind die TDI-Motoren für Audi-Chef Rupert Stadler äußerst wichtig. „Der Diesel ist für uns schon eine Waffe, um die CO2-Gesetzgebung ohne Elektrifizierung zu erfüllen“, bekannte Stadler. 40 Prozent aller weltweiten Neuzulassungen der Marke sind mit einem Dieselmotor ausgerüstet, in Deutschland sogar 70 Prozent. Und selbst in den USA kommt der Q7 als bislang einziges Modell mit Dieselmotor auf einen Anteil von 30 Prozent. Künftig wolle man auch die Modellreihen A6, A8 und Q5 in den USA mit dem Selbstzünder anbieten, kündigte Stadler beim Motorensymposium in Wien an. Konstruktiv unterscheidet sich der V6-TDI von seinem Vorgänger in vielen Feinheiten, die eine noch höhere Kraftstoffeffizienz zum Ziel haben. So fällt die Motorreibung um bis zu zehn Prozent geringer aus, unter anderem durch den Einsatz neuer Kolbenringe. Neben den Komponenten wie Einspritzung und Turbolader wurde auch das Kurbelgehäuse geändert, das nun um 1,1 Kilo leichter ausfällt. Die größten Änderungen erfolgten jedoch beim Aufbau der Abgasnachbehandlung. Da durch die hohe Effizienz des Motors immer weniger Abwärme zur Verfügung steht, rückt das Reinigungssystem sehr nah an den Motor heran. Der Oxidationskatalysator sitzt direkt hinter dem Turbinenauslass des Turboladers, darauf folgt unmittelbar der Partikelfilter, dessen Oberfläche gleichzeitig als SCR-Katalysator die NOx-Reduktion übernimmt.
Der TDI als Waffe gegen CO2
Für besonders CO2-optimierte Versionen des Motors reicht selbst dieser Aufbau nicht. Um die Stickoxide in niedrigen Geschwindigkeitsbereichen trotz mangelnder Abwärme konvertieren zu können, werden diese zunächst in einem NOx-Speicherkat aufgefangen, der gleichzeitig als Oxidationskatalysator dient. Die Entleerung des Speicherkats erfolgt bei späteren Fahrten mit hoher Geschwindigkeit im nachgeschalteten SCR-Katalysator. Dieses Verfahren erspart den Einbau eines elektrisch heizbaren Katalysators, den Audi bislang in einigen Motorvarianten verwendet hatte. Um die Anforderungen der Norm ULEV 125 zu erfüllen, wird die USA-Version des Motors mit einem zweiten Kühler für die Abgasrückführung ausgestattet. Die Kühler können je nach Betriebszustand einzeln zu- und abgeschaltet werden – ein Novum im Motorenbau, das erheblichen Mehraufwand bedeutet. Den neuen V6-Dieselmotor wird Audi zunächst in zwei Leistungsstufen mit 218 und 272 PS anbieten. Seinen ersten Einsatz hat er ab Herbst 2014 in den Modellen A6 und A7. Später sollen leistungsstärkere Varianten – unter anderem mit elektrischem Lader – sowie ein abgeleiteter V8-Motor folgen.