München. Doch beim Lifestyle ließ man sich vom Erzrivalen BMW überholen. Die Münchner erkannten früh den Trend zu kompakteren SUVs (X3 und X1) und kreierten mit dem viertürigen SUV-Coupé X6 zudem eine Art neue Fahrzeuggattung. Wie richtig man damit lag, zeigen die Verkaufserfolge des anfänglich in der Öffentlichkeit stark kritisierten X6. Im besten Jahr 2010 konnte BMW weltweit mehr als 40.000 Einheiten absetzen. Der X6 übertraf damit selbst die internen Prognosen deutlich. Sicher zum Missfallen der Schwaben, die nichts entgegenzusetzen vermochten. Doch damit nicht genug: Dieses Jahr schickt BMW bereits die zweite Generation des X6 an den Start – und mit dem X4 gleich noch eine kleinere Ausgabe hinterher. Mercedes kontert zunächst mit einem Coupé der M-Klasse. Eine seriennahe Studie, die intern C166 heißt, wird im April auf der Messe in Peking stehen. Zu hören ist, dass das Modell einen deutlichen Hinweis auf die Designlinie kommender Mercedes-SUVs geben wird. Der Verkaufsstart des MLC ist für Anfang nächsten Jahres vorgesehen. Dem X4 wollen die Stuttgarter in etwa zwei Jahren mit dem GLK Coupé (Baureihenbezeichnung C256) begegnen, was man offiziell jedoch noch nicht bestätigen möchte. Im Gespräch ist analog zur Nomenklatur der M-Klasse auch die Bezeichnung GLC. Das Coupé leitet sich technisch vom nächsten GLK (X256) ab, der wiederum auf Basis der jüngst eingeführten C-Klasse (W 205) steht. Damit wird auch der GLK erstmals über eine Luftfederung verfügen, ein Novum in dieser Klasse. Im Design fährt Mercedes eine deutlich weichere Linie. Das so markante wie kantige Profil des Vorgängers ist Geschichte. Der GLK wird voraussichtlich nicht mehr in Bremen gefertigt, sondern soll ebenfalls in Tuscaloosa vom Band rollen. Gegen den BMW X1 und Audi Q3 positioniert Mercedes bereits im März den GLA (X156). Das auf der Frontantriebsarchitektur (MFA) basierende Crossover dürfte sich ähnlich gut verkaufen wie die A-Klasse der Stuttgarter, zumal es in Sachen Funktionalität ein besseres Alltags-Package bietet als das fünftürige Kompaktmodell. AMG wird den GLA ab Juli in einer 360PS starken Version anbieten und zumindest leistungsmäßig den Wettbewerb weit hinter sich lassen. Derzeit verdichten sich Gerüchte, Mercedes plane eine Neuauflage seines beliebten Urgesteins G-Modell. Angeblich sollen dabei Leiterrahmen und Starrachsen auf der Strecke bleiben. Das neue G-Modell soll sich das Chassis mit der nächsten M-/GL-Klasse teilen. Drei Differenzialsperren aber wird es auch weiterhin geben. Ein Mercedes-Sprecher will dazu keine Stellung nehmen, betont aber, man baue das G-Modell „noch so lange weiter, wie Nachfrage da ist und der Gesetzgeber solchen Fahrzeugen keinen Riegel vorschiebt“. 2013 stellten sich immerhin noch über 12.500 Käufer ein neues G-Modell in die Garage. Damit hat sich der Absatz dieses kantigen Gesellen in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht.
Modellvorschau
Der SUV-Vorreiter drängt zurück an die Spitze
Unter den deutschen Premiummarken hat Mercedes mit dem G-Modell (seit 1979) nicht nur die längste Geländewagen-Tradition, sondern war 1997 auch der erste deutsche Premiumhersteller mit einem SUV. Eigens für die M-Klasse wurde im amerikanischen Tuscaloosa/Alabama gar ein Werk errichtet. Mangelnden Pioniergeist kann man dem Autobauer also nicht vorwerfen.