München. Um in strukturschwachen Gebieten auf mehr Betriebe zu kommen, führt BMW mit den ab Oktober 2013 geltenden Händlerverträgen ein neues Format ein. Unter der Bezeichnung „Sales Light“ können Händler mit mehreren Autohäusern künftig Satellitenbetriebe führen, die bei Vorführwagen und Marketingaktionen auf einen Hauptbetrieb zurückgreifen, der maximal 50 Kilometer vom Satelliten entfernt ist. BMW hatte Sales Light im Mai 2009 als Pilotprojekt gestartet und seither auf 13 Betriebe ausgeweitet.
„In allen 13 Betrieben läuft es gut, daher schließen wir die Pilotphase ab und werden Sales Light nun mit den neuen Händlerverträgen 2013 als ein zusätzliches Händlerformat anbieten“, sagt BMW-Deutschland-Chef Karsten Engel. Alle 13 Betriebe befinden sich in den neuen Bundesländern, wo der Münchner Autobauer vor allem für die kleineren Fahrzeuge der „unteren Klasse“ und die anstehenden Mini-Derivate mehr Autohäuser braucht. „In Ostdeutschland könnten wir ruhig den einen oder anderen Standort mehr haben. Teilweise muss man an der Küste in den neuen Ländern 100 Kilometer von Händler zu Händler fahren“, sagt Engel. Länger als 45 Minuten solle die Fahrzeit zu einem Betrieb aber nicht sein. Laut Engel ist mit Sales Light eine Kostensenkung um fünf bis sechs Prozent zu schaffen.
Beim Händlerverband stößt Engel mit der Einführung von Sales Light als festem Format auf Zustimmung: „Wir finden das positiv, weil es in Deutschland Regionen gibt, in denen ein voller Händlerbetrieb immer ein existenzielles Problem hat“, sagt Werner Entenmann, Präsident des Verbands der BMWVertragshändler. Entenmann sieht für die abgespeckten Satellitenbetriebe auch in anderen Regionen Chancen, „beispielsweise im Ruhrgebiet, in Flensburg oder Niederbayern“. Sales-Light-Häuser wird es zunächst nur in Deutschland geben, obwohl sich laut Engel auch Betriebe aus anderen europäischen Ländern bewerben können. Bislang gebe es dazu aber keine Anfragen.