Wolfsburg. VW macht Schluss mit faulen Kompromissen für seine Elektrofahrzeuge. Statt die alternativen Antriebe weiter in die vorhandenen Architekturen zu zwängen, entwickelt der Konzern jetzt analog zum Modularen Querbaukasten (MQB) einen ähnlich frei skalierbaren Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB), der zum Ende des Jahrzehnts einsatzbereit sein soll.
"Bislang mussten wir immer alle Antriebsoptionen berücksichtigen und dafür viele Kompromisse machen", sagt Dzemal Sjenar. "Aber mit dem MEB können wir alltagstaugliche Reichweiten und bezahlbare Preise erreichen." Sjenar ist Projektleiter der Studie Budd-E, die mit über 500 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und 180 km/h Höchstgeschwindigkeit einen Vorgeschmack auf die MEB-Autos gibt. Jede nicht berücksichtigte Variante senke die Kosten, und jeder vermiedene Kompromiss erhöhe die Reichweite.
Zwar steht der MEB für das Ende der Kompromisse bei der Entwicklung. Doch so ganz will sich VW damit nicht von den anderen Architekturen lösen, sagt Sjenar. "Wir untersuchen gerade, ob wir MEB und MQB nicht sogar auf einem Band produzieren können."