Frankfurt am Main. „Wenn wir es nicht tun, macht es jemand anderes, der sich nicht um die Interessen der Branche schert“, erklärt Nietzschmann das Engagement auf dem Markt der Werkstattportale. Da werde für viel Geld ein Marktplatz geschaffen, und wenn die Händler und Werkstätten dann daran teilhaben wollten, müssten sie teuer dafür bezahlen. „Wir haben das ja alles schon erlebt, bei den Gebrauchtwagen.“ Diesmal solle das Gewerbe nicht nur Zaungast sein. Die DAT will dagegen für den Handel günstiger sein. Die Preisgestaltung sei noch nicht abgeschlossen, sagt Nietzschmann. Voraussichtlich werde es aber unterschiedliche Preise geben, je nachdem welche Dienste in Anspruch genommen werden. Auf jeden Fall werde der monatliche Festpreis unter 50 Euro bleiben. Hinzu komme noch eine Gebühr pro Lead, diese werde aber gedeckelt. Einer prozentualen Beteiligung am Umsatz erteilt er eine Absage. „Die Kosten werden so überschaubar sein, dass es sich jeder leisten kann“, verspricht der DAT-Geschäftsführer. „Unsere Gesellschafter erwarten keine Gewinnmaximierung.“ Zudem will die DAT es ermöglichen, dass Autohäuser und Werkstätten die Technik hinter Fairgarage auch auf ihren Homepages integrieren können. Dies ist für Nietzschmann sogar wichtiger als der Ausbau des Portals. Ziel sei es, an den Punkt zu kommen, dass ein Kunde, der bei Google eingibt, dass die Bremsen an seinem Golf quietschen, die teilnehmenden Betriebe aus seiner Umgebung prominent in der Ergebnisliste vorfindet. Dafür müsse man insbesondere an der Optimierung für die Suchmaschine arbeiten. Der Preisvergleich soll dagegen auf dem Portal stark zurückgefahren werden. In der Auflistung der Werkstätten werde er gar nicht mehr angezeigt, sondern erst dann, wenn man auf eine Werkstatt klickt, sagt Nietzschmann. Stattdessen wolle man das Thema Qualität stärker in den Vordergrund rücken. „Wir werden nicht jeden auf die Plattform lassen“, erklärt er. Betriebe sollen nur Dienstleistungen anbieten können, für die sie auch qualifiziert sind. Hinter dem Kauf stehen auch die DAT-Gesellschafter VDA, VDIK und insbesondere der ZDK. Wilhelm Hülsdonk, Bundesinnungsmeister und ZDK-Vize, der sich in der Vergangenheit kritisch zu Werkstattvergleichsportalen geäußert hatte, sagt, natürlich wäre es ihm am liebsten, die Kunden in der Direktannahme zu haben. Aber es sei nun einmal unvermeidlich, solche Angebote zu machen. „Die Welt will es haben.“ In Händlerkreisen wird der Kauf von Fairgarage durch die DAT grundsätzlich positiv gesehen. Allerdings gibt es auch Zweifel, ob das Angebot ohne direkten Preisvergleich bei den Kunden auf breite Resonanz stoßen wird.
DAT kauft Werkstattportal Fairgarage
Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat die Mehrheit an der Muttergesellschaft des Werkstattportals Fairgarage übernommen. Die Verträge für den Kauf von 51 Prozent an United Vehicles wurden auf der IAA unterzeichnet. Der Sprecher der DAT-Geschäftsführung, Jens Nietzschmann, geht davon aus, diesen Anteil mittelfristig weiter auszubauen.