Eine Bergabfahrhilfe brauche der Opel Mokka doch nicht mehr, sagt BVB-Trainer Jürgen Klopp in einem aktuellen Werbespot, denn „mit Opel geht es doch nur noch bergauf.“ Das kleine Filmchen ist Teil einer äußerst gelungenen und effektiven Kommunikationsstrategie, die erfolgreich den Eindruck erweckt, bei Opel sei das Schlimmste überstanden. Man kann Vorstandschef Karl-Thomas Neumann und sein Kommunikationsteam dafür nur loben, gilt doch der Satz von Wendelin Wiedeking: „Erfolgreiche Menschen wollen erfolgreiche Autos von erfolgreichen Unternehmen kaufen.“ Dennoch sollte der PR-Erfolg nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei Opel mitnichten das Gröbste vorüber ist: Die steigenden Marktanteile in Deutschland und Europa sind mit hohen Rabatten erkauft. Bei der Testkaufstudie zum Triple A der Automobilwoche gaben die 50 besuchten Opel-Händler für den Astra im Durchschnitt ungefragt schon 17,9 Prozent Nachlass.
Der neue Corsa, der im Herbst auf den Markt kommt, muss ein Volltreffer werden. Neue Technologien wie ein aufgeladener Dreizylinder lassen zwar hoffen, doch hat Ford solch einen Motor schon seit 2010 im Programm und bietet zudem Doppelkupplungsgetriebe an, die bei Opel noch in der Entwicklung sind. Mit dem Mokka aus Spanien hat Opel zwar sein erfolgreiches Kompakt-SUV nun endlich in ausreichender Stückzahl zur Verfügung, Ford jedoch wird noch in diesem Jahr drei SUVs im Klein-, Kompakt- und Mittelklasseformat im Showroom haben. Selbst eine Art „Umparken“-Kampagne hat Ford Monate vor Opel gestartet: „Typisch Deutschland. Typisch Ford.“ Man kann nicht behaupten, dass Ford diesen Vorsprung in hohe Marktanteilsgewinne verwandelt hätte. Eine einzelne Kommunikations- und Technik-Offensive wird also nicht helfen. Opel muss sich dauerhaft als Sieger-Marke positionieren und dies auch mit Fakten untermauern. Die Neupositionierung einer Marke ist eine verdammt langwierige Sache. Audi hat gut 20 Jahre gebraucht. Marathonläufer Neumann dürfte wissen, worauf er sich da eingelassen hat.