München. Derzeit besteht das deutsche Angebot aus drei Modellen. Die Limousine Q50- (BMW Dreier- Format) ist seit 2013 auf dem Markt – als Benziner, Diesel und Hybrid. Das Pendant zum BMW Fünfer heißt bei Infiniti Q70- und erhielt im Herbst ein Facelift. Die Crossover/SUV-Kunden bedient man mit dem recht wuchtig auftretenden QX70. Mehr Stückzahlen soll ab kommendem Jahr der Ausbau des Flotten- und Dienstwagengeschäfts beim Q50 bringen. Zudem setzt man hohe Erwartungen in den Q30, der sein Debüt auf der IAA 2013 feierte und ab 2015 in England gefertigt wird. „28 Prozent der Kompaktklasse in Europa ist premium. Hier wollen wir mit neuem Design locken“, sagt François Bancon, Vice President Produktstrategie. Der Q30 ist in der Tendenz eher ein Crossover als ein Kompaktwagen und soll sich laut Infiniti „in keine Kategorie zwängen lassen“. Technisch bedient sich Infiniti, wie schon für den Q50, beim Kooperationspartner Daimler. Als Chassis dient die MFA-Plattform der Stuttgarter. Der Diesel kommt von Mercedes, der Benziner von Renault. Marktstart: September. Sein Produktportfolio will Infiniti in den nächsten fünf Jahren um 60 Prozent erweitern und die Anzahl der Motoren und Antriebsstränge mehr als verdoppeln. Auch dabei soll Daimler helfen. Das Stuttgarter Unternehmen ist ein wertvoller Kooperationspartner. Zusammen investierte man bereits gut eine Milliarde Euro in ein neues Werk in Mexiko. Dort soll ab 2017 für Infiniti ein neues Kompaktmodell entstehen, das dann auf der MFA2-Plattform basiert. Hierbei könnte es sich um den QX30 handeln, ein trendiges Kompakt-SUV, sozusagen der Mercedes GLA von Infiniti. Schon heute fertigen beide Unternehmen den Vierzylinder-Turbo- Benziner (M 270) in Decherd im US-Bundesstaat Tennessee. Vorgesehen ist dieses Aggregat für die in Alabama gebaute C-Klasse und den Q50. Auf dem Pariser Autosalon im Oktober gab Infiniti mit der Studie Q80 Inspiration einen Ausblick auf die Premium- Oberklasse. Die fünf Meter lange Coupé-Limousine mit extrem flacher Silhouette soll gegen Porsche und Maserati positioniert werden. Der Q80 basiert auf einem eigenen Chassis, ausgelegt für Heck- und Allradantrieb. Als Top-Motorisierung dient ein V6-Turbo, ebenfalls von Mercedes. Gespräche über Plug-in- Hybridtechnik mit dem Partner aus Stuttgart laufen. An eine Serienversion des Q80 ist nicht vor 2017 zu denken. Mit der Produktion des Q50L startete Infiniti kürzlich in China. Das Reich der Mitte soll als zweitgrößter Markt etabliert werden. Erst im September dieses Jahres wurde mit Dongfeng Motor ein Joint Venture gegründet. Infinitis Kapazitätsanteil liegt bei jährlich 60.000 Einheiten. Später soll auch der QX50 mit langem Radstand folgen. Infiniti plant, den chinesischen Absatz bis 2018 auf 100.000 Fahrzeuge pro Jahr zu steigern, fast fünfmal so viele wie heute. Die Hälfte davon soll im Land produziert werden.
Modellpalette verdoppelt
Daimler und Design geben Infiniti Schwung
„Never ever give up.“ Dieses Motto für Survival-Spezialisten dürfte Konzernboss Carlos Ghosn vermutlich nicht nur seinem neuen Infiniti-Chef Roland Krüger mit auf dem Weg gegeben haben, sondern auch seiner europäischen Mannschaft . Denn in der Alten Welt findet Nissans Premiummarke praktisch nicht statt. Während Infiniti dieses Jahr weltweit über 200.000 Einheiten absetzen wird, haben sich in Europa nicht einmal 600 Kunden für die markant gestylten Fahrzeuge entschieden.