Frankfurt/Main. Manfred Wennemer, Vorstandschef von Continental, hält weitere Akquisitionen des Autozulieferers trotz der milliardenschweren Übernahme von Siemens VDO prinzipiell für möglich: "Unsere Kasse ist ja nun nicht komplett leer", sagte Wennemer im Interview mit Automobilwoche auf der IAA in Frankfurt. Für den Kauf von Siemens VDO hat Continental mit den Banken ein Finanzierungsvolumen von 13,5 Milliarden Euro vereinbart. Wennemer: "Einen Zukauf in der Größenordnung von Siemens VDO kann man für die nächsten zwei, drei Jahre zwar ausschließen, schon mit Blick auf unsere Managementkapazität." Transaktionen mit "finanziell kleinerem Volumen" allerdings seien "für den Konzern durchaus zu packen".
Continental schließt neue Zukäufe nicht aus
So gehen Branchenkenner davon aus, dass sich Continental für eine Übernahme von Goodyear Engineered Products bereithält, sofern sich der Finanzinvestor Carlyle von dem Kautschukspezialisten wieder trennen sollte. "Das Angebotsspektrum von Goodyear Engineered Products würde nach wie vor bestens zu unserer Division ContiTech passen", erklärte Wennemer.
Die aktuelle Debatte um CO2-Emissionen wird Continental nach Wennemers Einschätzung in den nächsten Jahren "gute Geschäfte sichern". Schon jetzt biete der Zulieferer mit Leichtlaufreifen oder Modulen für das regenerative Bremsen international verschiedene Spritsparkonzepte an. Mittelfristig sieht Wennemer "etwa beim Clean Diesel großes Potenzial". Auf lange Sicht könne Continental unter anderem mit Hybrid-Elektrotechnik punkten.
Preiserhöhungen für Continental-Produkte auf dem deutschen Markt plant Wennemer derzeit nicht: "Sofern die Kosten für Rohstoffe auf dem aktuellen Niveau bleiben, haben wir dazu keine Veranlassung." Zwar seien die Kosten für Rohstoffe wie Stahl, Aluminium und Kupfer gestiegen. Beim in Dollar gehandelten Rohöl allerdings helfe Continental "seit einiger Zeit die Stärke des Euro".