München. Über ihren Führungsstil sagte sie mal: "Ich bin hart, aber herzlich." Die Herzlichkeit ist es aber, die überwiegt, wenn man Claudia Nemat trifft – und ihre fachliche Kompetenz. Erst kürzlich, als sie bei Burdas DLD-Summer-Konferenz auf dem Podium saß, flüsterte der Sitznachbar: "Mit ihr abends ein Glas Wein zu trinken, ist bestimmt sehr kurzweilig."
Seit dem 1. Juli ist Nemat, die schon seit dem Jahr 2011 Mitglied des Telekom-Vorstands ist, nicht mehr Europa-Chefin. Sie wurde zur Herrscherin über die Ressorts Technik, Informationstechnik und Innovation berufen und ist jetzt die zweitmächtigste Managerin hinter Telekom-Chef Timotheus Höttges. Mit diesem Verantwortungsbereich bekommt die 47 Jahre alte Physikerin die Aufgabe, den nächsten großen Schritt bei der Modernisierung der Netze und IT-Systeme zu gehen. Die bisher getrennten Bereiche Technik, IT und Innovation werden bei Nemat zusammengeführt, weil sie die internen Reibungsflächen auflösen soll.