Schanghai. Dieser Tage wird Audi sein dreimillionstes Auto ausliefern. Auch die ersten vier Monate 2015 verliefen vielversprechend: 178.612 Einheiten bedeuten ein Plus von 5,2 Prozent. „Bis 2025 wird in China die Mittelschicht von jetzt 300 Millionen Menschen auf 400 Millionen wachsen. Die Kaufkraft wird dann größer als in den USA sein“, sagt Audis China-Chef Dietmar Voggenreiter. In fünf bis zehn Jahren sieht Audi den Marktanteil von Premiumautos von jetzt neun auf bis zu 15 Prozent steigen, so hoch wie in entwickelten Märkten. Immer mehr Chinesen kaufen Premium-Modelle im Kompaktsegment. Erstmals hat Audi zwischen Januar und April mehr Kompaktwagen im Reich der Mitte verkauft als in Deutschland. Chinas Autokunden sind zudem die jüngsten der Welt. „Selbst 28-Jährige kaufen einen A8“, sagt Michael Renz, Vertriebschef Audi China. „Im Durchschnitt sind unsere Kunden 36 Jahre alt. Zum Vergleich: In Europa sind sie 53, in den USA 51. Und die meisten wachsen mit Smartphones auf.“ Darum geht Audi auch neue digitale Wege im Vertrieb. Derzeit testet der Hersteller mit dem Onlinedienst Tmall den Verkauf übers Internet. Sondermodelle eines TT wurden schon über diesen Kanal vertrieben. „Wir liefern allerdings nicht nach Hause, zum Händler muss der Kunde immer noch kommen“, sagt Luca de Meo. Der Vorstand für Vertrieb und Marketing sieht den Verkauf übers Internet skeptisch. „Wenn die Leute Probleme oder Fragen haben, werden sie sicher nicht ihre Computermaus fragen“, so de Meo. „Unsere Händler gehören zu den besten der Welt, sie machen einen hervorragenden Job – und ich habe Verantwortung für diese rund 100.000 Mitarbeiter. Warum zur Hölle soll ich sie vom Verkaufsprozess ausschließen?“ Volvo sieht das allerdings anders: Die Schweden setzen verstärkt auf das Online-Geschäft. Die ausschließlich online reservierbare First Edition des Volvo XC90 war nach 47 Stunden ausverkauft. Andere Kampagnen sollen folgen. Ein Grund für diese Strategie ist laut Volvo, dass rund 50 Prozent der Kunden den Kontakt mit dem Händler scheuen.
Audi-Kunden vernetzt und jung
In China Nummer eins
Audi bleibt die Nummer eins der Premiummarken in China. 578.900 Einheiten wurden im vergangenen Jahr abgesetzt, so viele wie nie zuvor. 80.000 davon wurden importiert. Damit ist Audi zugleich größter ausländischer Premium-Autobauer in China.