Brühl. Diesen Abwärtstrend will Renault jetzt mit einer radikalen Kurskorrektur stoppen. Nach 30 Jahren und vier Generationen wird die Großraumlimousine deshalb flacher und bulliger: „Aus dem Van wird ein Crossover, das vom Boom der SUVs profitieren soll“, sagt dazu Designchef Laurenz van den Acker. In den Handel kommt der Espace in Deutschland Anfang Mai zu Preisen ab 33.550 Euro. Dafür gibt es ihn als Fünfsitzer mit einem 130 PS starken Diesel, der auf einen Normverbrauch von 4,5 Litern kommt. Den gleichen 1,6-Liter- Motor gibt es auf Wunsch auch mit 160 PS. Als einziger Benziner steht ein ebenfalls 1,6 Liter großer Turbo mit 200 PS zur Wahl. Größere Motoren sind im Gegensatz zu früheren Generationen nicht mehr vorgesehen. Der Espace will künftig neben Familien verstärkt Firmenwagenfahrer und Selbstständige ansprechen. Innen ist er mit fünf Einzelsitzen und der Option auf eine dritte Reihe variabel wie eh und je. Der Stauraum umfasst 680 bis 2101 Liter. In Ermangelung einer Oberklasse-Baureihe wird der Espace zum heimlichen Flaggschiff der Franzosen aufgewertet. Dafür stehen technologische Finessen wie die serienmäßigen LED-Scheinwerfer oder die Option auf Allradlenkung und Head-up-Display sowie Komfortund Luxusfeatures wie ein großer Tablet-Screen für das Infotainment, Massagesessel mit kuscheligen Kopfstützen, eine aufwendige Ambientebeleuchtung oder ein Zündschlüssel wie aus dem Schmuckkästchen. So kann man den Preis leicht über die Schwelle von 50.000 Euro treiben. Auch auf die Produktion strahlt der neue Anspruch ab: Um Renault bis 2016 unter die Top Drei der Kundenzufriedenheit zu bringen und den Espace fehlerfrei zu fertigen, haben die Franzosen nicht nur 420 Millionen Euro in das Werk Douai investiert, sondern auch eine strenge Qualitätskontrolle eingeführt. Dafür wurden zum Beispiel während der Entwicklung über 5000 Karosseriemaße überprüft.
Renault Espace
Captain Future ändert den Kurs
Er war der erste seiner Art und über lange Jahre ein Dauerbrenner. Doch mittlerweile sind die Verkaufszahlen des Renault Espace im Tiefflug. Statt mehr als 13.000 Exemplare in den späten 90er-Jahren haben die Franzosen in Deutschland zuletzt pro Jahr nur noch rund 1000 Einheiten des Raumkreuzers verkauft. Und in anderen Länden lief es kaum besser.