Detroit. Mehr als 20 Minuten begutachtete der als Qualitätsfanatiker bekannte Volkswagen-Chef die Mittelklasselimousine der Stuttgarter, nahm hinter dem Lenkrad Platz, prüfte Oberflächen, Materialgüte, Spaltmaße, Bedienung und Raumangebot und ließ sich den Wagen detailliert von Mercedes- Entwicklungsvorstand Thomas Weber und Konzernlenker Dieter Zetsche sowie Chefdesigner Gorden Wagener erklären. Winterkorn schien sichtlich angetan von der C-Klasse, lobte wiederholt die Ingenieurleistung der Schwaben. Schon machten Gerüchte die Runde, dass man bei Audi alles andere als amüsiert und bereits „sehr nervös“ sei: Der nächste A4 (Generation B9) steht in den Startlöchern und soll „zu evolutionär“ und damit nicht revolutionär genug ausgefallen sein. Für Änderungen aber sei es bereits zu spät. Branchenkenner prophezeien der C-Klasse großen Erfolg. Nach wie vor ist sie bei Mercedes der Bestseller. Vom Vorgängermodell wurden seit 2007 über 2,4 Millionen Einheiten produziert. Für den US-Markt lässt Mercedes die neue C-Klasse sogar in Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama fertigen. Es ist das erste Mal, dass Mercedes eine Limousine in den USA baut. Die neue Generation ist laut Zetsche Segmentführer bei Gewicht, Verbrauch (98 Gramm CO2 je Kilometer), Komfort, Aerodynamik (cw-Wert 0,24) und der Sicherheit. Als erstes Modell seiner Klasse fährt die C-Klasse optional mit Luftfederung (Airmatic) und wird vermutlich 2015 einen Plug-in- Hybridantrieb erhalten. Ab März steht das neue Modell beim Händler, bestellt werden kann ab sofort. Die Preise beginnen bei 33.558 Euro.
Detroit Motor Show
C-Klasse beeindruckt Winterkorn
Für die Vorstände der großen Autokonzerne zählt es auf internationalen Branchenmessen zum Pflichtprogramm, sich auch die wichtigsten Neuheiten der Konkurrenz anzusehen. Der Besuch von VW-Chef Martin Winterkorn am IAA-Stand von Hyundai etwa ist bereits legendär. In Detroit schaute Winterkorn auf seinem Messerundgang auch bei Mercedes-Benz vorbei, um die neue C-Klasse (W205) intensiv in Augenschein nehmen zu können.