Probleme. Jaguar und Land Rover konnten im ersten Quartal gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum zwar weltweit 13 Prozent mehr Autos verkaufen. Doch der britische Autobauer braucht für weiteres Wachstum dringend mehr Mitarbeiter. In den kommenden fünf Jahren will man über 40 Neuheiten vorstellen. Sie reichen vom überarbeiteten Motor bis hin zu einem komplett neuen Modell. „Uns fehlen insgesamt etwa 3000 Leute“, sagt Jaguar/Land Rover-Vorstandschef Ralf Speth.
Allein für das Werk in Halewood, wo das neue Lifestyle-Modell Range Rover Evoque und das SUV Land Rover Freelander gebaut werden, liegt der Bedarf bei rund 1500 Mitarbeitern. Weitere 300 werden in Witley benötigt, wo Jaguar sein Designcenter unterhält und Motoren fertigt. 1200 Ingenieure fehlen im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Gaydon. Zu tun gibt es genug. Ausreichend Geld ist ebenfalls vorhanden. Allein in diesem Jahr investiert Jaguar/Land Rover knapp zwei Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Modelle und Antriebe.
Speth betont, es handle sich hierbei nicht um Geld der indischen Konzernmutter Tata. Investiert werde ausschließlich aus den Einnahmen des eigenen, florierenden Geschäfts. Im Beliebtheitsranking zählt Jaguar/ Land Rover zu den begehrtesten Arbeitgebern im Land. Ingenieure kommen laut Speth hauptsächlich aus der schwindenden Flugzeugindustrie sowie aus der Rüstung. Vermehrt gibt es Werksführungen und Trainee-Programme für Studenten, denen auf diese Weise der Beruf des Ingenieurs schmackhaft gemacht werden soll. Doch nicht nur auf britischem Boden sucht man kluge Leute. Auch im restlichen Europa ist Jaguar/Land Rover aktiv, vor allem in Deutschland. Speth: „In England zu arbeiten, kann sehr reizvoll sein.“