Dennoch: Die Periode der Unsicherheit könnte einige Unternehmen dazu veranlassen, Investitionen in Großbritannien zurückzuhalten. "Jede Unsicherheit ist ein Störfaktor. Diese Rechnungen müssen jetzt stattfinden", sagt Bratzel. Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research sieht die Konsequenzen weit weniger dramatisch: "Der Brexit hat alle überrascht, aber bringt die Autoindustrie nicht aus der Spur." Zwar werde der englische Automarkt in den nächsten Jahren durch Schock-bedingte Nachfragerückgänge mit Einbußen rechnen müssen, aber das sei ein kurz- und mittelfristiges Phänomen. "Mittel- und langfristig profitiert der Autostandort England durch eine längerfristige Abwertung des Pfund", meint Dudenhöffer sogar.
| Wie es jetzt weitergeht |
| Sobald die britische Regierung beim Europäischen Rat den Austritt ankündigt, beginnen maximal zwei Jahre der Verhandlungen. Egal ob man sich einigt oder nicht, wird Großbritannien nach Ablauf dieser zwei Jahre die EU verlassen. Welche Konsequenzen der Austritt tatsächlich haben wird, wird sich spätestens dann zeigen. Premierminister David Cameron wird diese Verhandlungen jedoch nicht mehr führen. |
Langfristig sind die Folgen in der Tat davon abhängig, wie man sich mit der EU hinsichtlich des freien Waren- und Personenverkehrs einigt. Es drohen Zölle auf Ein- und Ausfuhren sowie schwierige Aufenthaltsverfahren für Ausländer in Großbritannien. Der Internationale Währungsfonds kalkuliert mit einem Rückgang der britischen Wirtschaftsleistung zwischen 1,6 und 5,3 Prozent.