München. „Was wir derzeit in unseren Auktionen erleben, ist ein klassisches Beispiel von Marktwirtschaft“, sagt Peer Günther, Marketingdirektor beim Auktionsspezialisten BCA. „Die Nachfrage treibt die Preise hoch.“ Seit die Bundesregierung Mitte Januar die Umweltprämie beschlossen hat, sind in den wöchentlichen BCA-Versteigerungen Fahrzeuge aus dem Kleinwagensegment – also diejenigen Modelle, die bei prämienberechtigten Käufern besonders begehrt sind – „um zehn bis 15 Prozent teurer geworden“, so Marketingexperte Günther.
Neben Händlern, Flottenbetreibern und Leasingfirmen beliefern die Hersteller Ford, Opel, Nissan und Daimler regelmäßig die BCA-Auktionshallen mit Rückläufern aus Vermietung und Leasing oder Inzahlungnahmen. Von rund 3200 Fahrzeugen, die pro Woche bei BCA-Auktionen unter den Hammer kommen, sind derzeit etwa 800 prämienberechtigt. „Gerade freie Händler sind wild auf diese Fahrzeuge“, sagt Günther, „und daher auch bereit, sie teurer einzukaufen.“ Der höhere Preis, so Günther weiter, werde an den Endkunden durchgereicht.
Ablesen lässt sich die verstärkte Nachfrage nach den prämienfähigen Jungwagen an der sogenannten Conversion-Rate, der Quote der eingelieferten Fahrzeuge, die in der Auktion tatsächlich verkauft werden. Während diese Rate sonst im Schnitt bei 70 Prozent liegt, ist sie bei prämienrelevanten Autos in jüngster Zeit auf nahezu 100 Prozent gestiegen. Das heißt, jeder bei BCA eingelieferte Jahreswagen von Ford oder Opel wird aktuell auch verkauft.