Ehningen. Dabei braucht Bertrandt mehr, nicht weniger Mitarbeiter, um die Wachstumskurve nicht abflachen zu lassen. Aktuell sind rund 800 Stellen für Ingenieure und Techniker ausgeschrieben. Seit 2008/2009 wuchs der Umsatz von 384,6 auf 782,4 Millionen Euro im Berichtsjahr 2012/2013 (per Ende September), die Zahl der Mitarbeiter sprang von 5431 auf 10.829. Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte Bertrandt 10,3 Prozent mehr um. Für 2013/2014 rechnet der Dienstleister „weiterhin mit einer positiven Entwicklung“. Die jüngste Fusions- und Übernahmewelle in der Branche beobachtet Vorstandschef Dietmar Bichler gelassen: „Wir setzen auf organisches Wachstum und sehen keinen Änderungszwang durch das Verhalten der großen Konkurrenten.“ Kostenvorteile oder markante Synergien entdeckt Bichler bei den Wettbewerbern nicht. Im Gegensatz zu Konkurrenten, die sich stark in China oder Indien engagieren, bleibt Bertrandt auf Europa fokussiert. „Wir beobachten den jungen Markt in China, wo sich viel bewegt, aufmerksam. Aber wir entwickeln weiter nicht für chinesische Autobauer“, so Bichler. Auch Indien habe für Bertrandt „keine große Bedeutung.“ Aufstrebende Nationen wie Thailand, Malaysia oder Indonesien seien „ebenfalls kein Thema“. Diese Märkte seien für das Angebot von Komplett- Konstrukteuren wie Bertrandt nicht reif. „Bei uns ist alles an der bestehenden Kundenstruktur orientiert, auch im Ausland“, erläutert Bichler. So baut Bertrandt in den USA seine Präsenz mithilfe seiner deutschen Auftraggeber aus.
Fachkräftemangel
Bertrandt kämpft mit hoher Fluktuationsrate
Dem Entwicklungsdienstleister Bertrandt macht auf seinem Wachstumskurs eine hohe Fluktuation zu schaffen: Die Kündigungsrate lag 2012/2013 bei rund zehn Prozent. Sollte die Konjunktur anziehen, könnte diese Quote deutlich steigen. Denn Ingenieure von Bertrandt sind bei Autobauern beliebt.