Crewe. Ungeachtet der Absatzprobleme von Wettbewerbern wie Maybach und Rolls-Royce kalkuliert die britische Luxusmarke Bentley in diesem Jahr mit weltweit deutlich steigenden Verkaufszahlen. "Wir rechnen für 2005 mit 8.000 bis 8.500 Einheiten", sagte Bentley-Vertriebsvorstand Adrian Hallmark im Gespräch mit dieser Zeitung. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die VW-Tochter insgesamt 6.576 Fahrzeuge abgesetzt.
Hohe Erwartungen knüpft die Bentley-Führung an die neue Limousine Continental Flying Spur, die einen Monat nach der für Juni geplanten Markteinführung in England mit einem Grundpreis von 167.504 Euro auch nach Deutschland geliefert werden soll. "Für dieses Auto werden sich viele Fahrer voll ausgestatteter S-Klassen von Mercedes oder Siebener-BMW mit zwölf Zylindern interessieren", meint Hallmark. "Solche Signale empfangen wir vor allem aus den USA, wo wir rund die Hälfte aller Flying Spur verkaufen wollen."
Auch Philipp Rosengarten, Branchenanalyst bei der Global Insight Automotive Group, sieht "gute Marktchancen" für den 560 PS starken Viertürer: "Im so genannten F1-Segment zwischen 100.000 und 200.000 Euro ist Bentley ja bereits mit dem Coupé Continental GT so erfolgreich, dass manche Konkurrenten über ähnliche Konzepte für Einsteiger nachdenken." Das 2003 vorgestellte Continental-Coupé hatte mit einem Netto-Grundpreis von 144.400 Euro "eine neue Klientel für Bentley begeistert" (Hallmark), der das Top-Modell Arnage (ab 217.825 Euro plus Steuern) zu kostspielig ist.