München. Bereits 2007 hatten deutsche Zulieferer wie Dräxlmaier, Grammer und I.G. Bauerhin mit der Produktion in Serbien begonnen. Für einen weiteren Schub sorgte das Fiat-Werk in Kragujevac, in dem seit 2012 der Fiat 500L gebaut wird. Firmen wie Johnson Controls oder Magneti Marelli haben sich direkt in Kragujevac angesiedelt. Die serbische Regierung bemüht sich um Investoren. Beispielsweise zahlt man variable Zuschüsse für jeden neu geschaffenen Arbeitsplatz. Im Fall von Cooper Standard betrug er 7000 Euro.
Balkan lockt wieder Zulieferer
Auch Serbiens Nachbar Mazedonien meldet Ansiedlungserfolge. So haben 2013 Dräxlmaier und Kromberg & Schubert Werke zur Kabelbaumproduktion für deutsche Pemium-Modelle eröffnet, Johnson Controls startete eine Fabrik für Sitzbezüge. Zuletzt konnten mit dem deutschen Zulieferer Marquardt sowie den US-Unternehmen Amphenol und Key Safety Systems neue Investoren gewonnen werden. Der neueste Automotive-Investor in Mazedonien ist ODW-Elektrik aus Steinau an der Straße. Der Hersteller von konfektionierten Kabeln und Leitungen, Magnetspulen und mechatronischen Systemen wird ein neues Werk in der Region Ohrid-Struga errichten. ODW-Elektrik wird Ende 2014 in bestehenden Räumlichkeiten in Ohrid mit rund 100 Mitarbeitern starten. Ende 2015 oder Anfang 2016 soll dann die Produktion in einer neuen Fabrik in der Freien Wirtschaftszone Ohrid-Struga aufgenommen werden. Laut Geschäftsführer Ludwig Bathon sollen in den kommenden Jahren bis zu 15 Millionen Euro investiert und bis zu 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Zulieferer, der rund 1800 Mitarbeiter in Deutschland, Ungarn und der Ukraine beschäftigt, hatte auch Standorte in Serbien, Bulgarien, Moldawien und Weißrussland erwogen. Geschäftsführer Bathon hebt die gute Betreuung durch die mazedonische Investitionsansiedlungsagentur hervor. „Die Zusammenarbeit mit der Regierung war nirgendwo so gut wie dort”, sagt Bathon. „Das Potenzial an Mitarbeitern ist gut, die Löhne sind relativ niedrig, und in den Industriezonen gibt es einige Vergünstigungen.“