München. Während Elektroautos und Wasserstofffahrzeuge bislang nur in homöopathischen Dosen über die Straßen rollen und dem Hybridantrieb in Deutschland noch der große Durchbruch verwehrt bleibt, ist Autogas für viele Kunden zu einem wirtschaftlich attraktiven alternativen Antrieb geworden. Für die Werkstätten bieten sich daher mit der Umrüstung und Wartung der Gasfahrzeuge neue Geschäftsfelder. Das Obertraublinger Mehrmarkenhaus Dressler Automobile nutzt diese Entwicklung. Neben dem Verkauf der Marken Renault, Dacia und Ford ist die Nachrüstung und Wartung von Autogasanlagen ein wichtiges Standbein des Händlers geworden. „Bei Dacia verkaufen wir vier von fünf Neuwagen mit einer nachgerüsteten Anlage“, sagt Geschäftsführer Arno Dressler.
Im Durchschnitt werden in den Werkstätten der Dressler-Gruppe pro Woche vier Autos umgerüstet. Dabei hat auch der Rückgang der Spritpreise im zweiten Halbjahr 2008 die Nachfrage nicht verringert. „Man könnte meinen, dass mit sinkenden Benzinpreisen auch das Interesse an Autogas zurückgeht, aber wir haben festgestellt, dass dem nicht so ist“, sagt Dressler. Diesen Trend bestätigt auch der TÜV Süd, der Gutachten für Nachrüstanlagen erstellt. In den Service-Centern des TÜV Süd stieg die Zahl der Begutachtungen im vergangenen Jahr um mehr als 100 Prozent auf 11.542. „Angesichts dieser Entwicklung könnte man fast von einem Boom sprechen, auch wenn sich die Zuwachsraten auf einem absolut gesehen kleinen Markt abspielen“, sagt TÜV Süd-Experte Johann Meyer.
Allerdings gibt es bei Kunden und Servicestätten häufig noch ein Informationsdefizit. „Autofahrer und Werkstätten haben Angst vor Autogas, weil sie Motorschäden befürchten“, sagt Bengt König, Manager bei Dressler Automobile. Dressler hat deshalb sein Autogas- Geschäft um Informationsveranstaltungen erweitert. Neben der Fahrzeugnachrüstung und dem Verkauf von Gasanlagen an andere Werkstätten bietet das Autohaus auch Workshops für Unternehmen, Verkäufer und Mechaniker an. Ab April will Dressler Gasanlagenprüfungen und Gassystemeinbauprüfungen als vom Landesministerium anerkannte Schulungsstätte abnehmen.