München. Aufgrund der anhaltenden Absatzprobleme vieler Pkw-Anbieter auf wichtigen Märkten des Automobilgeschäfts müssen sich auch die Fabrik-Ausrüster auf sinkende Verkaufszahlen ihrer Werkzeuge und Produktionssysteme einrichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung von Roland Berger Strategy Consultants, die auf Befragungen im Topmanagement der weltweit führenden 40 Ausrüster basiert und Automobilwoche exklusiv vorliegt. "Verändertes Investitionsverhalten der Automobilhersteller erfordert neue Strategien der Maschinen- und Anlagenbauer" lautet der Titel der Analyse -- und war zugleich die zentrale Hypothese des Studienteams.
Ausrüster sorgen sich wegen Überkapazitäten
"In Westeuropa, Nordamerika und Japan schrumpfen die Märkte für Produktionsmittel aufgrund stagnierender Fahrzeugzulassungen bei gleichzeitig geänderten Fertigungsstrategien der OEMs rapide", sagt Ralf Augustin, einer der Autoren. Silvio Schindler, wie Augustin Partner des Beratungshauses Berger, ergänzt: "Neue Märkte wie China können die Schrumpfung der Kernmärkte für die Produktionsmittelhersteller nicht aus-gleichen." So würden in Wachstumsregionen wie Indien "häufig einfachere Anlagen genutzt oder standardisierte Maschinenkomponenten bereits durch lokale Anbieter gefertigt" (Schindler).
Überdies, so Augustin, hätten "viele OEMs dort zum Teil schon grosse Kapazitäten installiert, die zunächst erst einmal ausgelastet werden müssen". Per Saldo, erwarten die Consultants, wird der Bedarf an Maschinen und Anlagen seitens der OEMs in den nächsten fünf Jahren weltweit um sechs bis zehn Prozent jährlich sinken.
"Um diesen negativen Umsatztrend umzukehren, müssen sich die Produktionsmittelhersteller strategisch neu ausrichten", fordert Ralf Kalmbach, der bei Roland Berger das Competence Center Automotive leitet. Neben innovativen Produkten biete vor allem eine gezielte Erweiterung der Kundenbasis, etwa um Tier-1-Lieferanten, "für zahlreiche Ausrüster interessante Perspektiven". Kalmbachs Rat: "Gleichzeitig müssen die Margen durch Arbeit an der Produktgestaltung, an der eigenen Wertschöpfungskette und an der Zulieferbasis weiter konsequent verbessert werden."