Hannover. Eine Blitzumfrage des GVA zur wirtschaftlichen Lage der Branche ergab, dass in den ersten drei Quartalen 70,4 Prozent der GVA-Mitglieder ein Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreichten. Bei 31,5 Prozent lag es über fünf Prozent. Von einem Rückgang berichteten dagegen nur 10,2 Prozent. Mehr als fünf Prozent Rückgang erlebten sogar nur 2,8 Prozent der befragten Betriebe. Nach dem ersten Quartal hatte nur ein Viertel der GVA-Mitglieder ein Umsatzwachstum vermelden können, 46 Prozent dagegen einen Rückgang. Die Umsatzerwartungen sind ähnlich positiv: 70,3 Prozent erwarten für das Gesamtjahr ein Umsatzplus, 25,9 Prozent sogar ein Plus von mehr als fünf Prozent. Einen Rückgang erwarten dagegen Nur 10,2 Prozent, einen Rückgang über fünf Prozent nur 1,9 Prozent. Gestützt würden die Erwartungen von der sich „mehr und mehr aufhellenden Stimmung in den Servicebetrieben“, sagte Röhl. Auch bei Werkstatteinrichtungen liefen die Geschäfte sehr gut, unter anderem habe es ein deutliches Anziehen bei Geräten für den Reifenservice gegeben. Die Umfrage berücksichtigte 52 GVA-Mitglieder aus dem Handel und 56 aus der Industrie. Die beiden Gruppen äußerten sich weitgehend ähnlich. So stellten in der Industrie 71,5 Prozent einen Umsatzanstieg in den ersten drei Quartalen fest. Im Handel waren es 69,2 Prozent.
Aufwind im Teilehandel
Röhl berichtete in Hannover von einem Treffen mit dem amerikanischen Schwesterverband AAIA (Automotive Aftermarket Industry Association). Dabei sei unter anderem aufgefallen, dass ein großer deutscher Autohersteller in den USA für die Bereitstellung sämtlicher Diagnosedaten an einen Hersteller von Diagnosegeräten nur 15.000 Dollar verlange, in Deutschland aber 60.000 Euro berechne. Gesetzlich sei vorgegeben, dass die Autobauer hierfür einen angemessenen Preis verlangen müssten, sagte Röhl und wies darauf hin, dass der Aufwand in den USA nicht geringer als in Deutschland sei. Ganz allgemein sei zu beobachten, dass die Hersteller in den USA dem freien Teilehandel und den freien Servicebetrieben gegenüber deutlich großzügiger seien. Dies könne auch daran liegen, dass das Netz der Markenwerkstätten in den USA nicht so eng geknüpft ist wie in Deutschland. Aber auch die amerikanischen Kollegen hätten eine zunehmend restriktive Haltung deutscher Hersteller beklagt.