München. Vor wenigen Wochen kamen aber auch positivere Nachrichten: Das Ordervolumen zieht an. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sind die Auftragseingänge allein bei Scania um 25 Prozent gestiegen, die Auslieferungen immerhin um rund 20 Prozent. Das Europa-Geschäft macht bei Scania immerhin fast die Hälfte der gesamten Aktivitäten aus. Branchenexperten befürchten jedoch, dass der Boom dieses Jahres nur ein Zwischenhoch und die Nutzfahrzeugflaute in Europa daher noch keineswegs beendet ist. Erstes Indiz dafür war die Bekanntgabe des Konkurrenten Volvo Ende November 2013, die Produktion ab Anfang des kommenden Jahres zurückfahren zu müssen. Der Grund dafür sind die neuen EU-Abgasnormen. Neufahrzeuge müssen ab 2014 der neuen Euro- 6-Norm genügen. Um diese Vorschrift zu umgehen, haben Spediteure in diesem Jahr noch schnell ein paar Lkw der Euro-5-Norm bestellt. Diese vorgezogenen Bestellungen werden, so die Befürchtung, im kommenden Jahr fehlen. Ein kleiner Lichtblick kommt vom Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), der für 2014 in Deutschland mit 305.000 Neuzulassungen rechnet. Das laufende Jahr werde wohl nur 300.000 Neuzulassungen bringen.
Auftragsboom dank Euro 6 neigt sich dem Ende zu
Der Nutzfahrzeugmarkt befindet sich – zumindest in Europa – seit Jahren in einer Flaute. Die maue Konjunktur in der Europäischen Union lässt Transportunternehmen und Spediteure bei Investitionen in den Fahrzeugpark zögern.