München. „Der Trend zur Digitalisierung ist unaufhaltsam“, davon ist Christian Polzer, Geschäftsführer beim Leipziger Direktannahmespezialisten Automotive Process Institut (API), überzeugt. Der frühere Dekra-Mann gehört seit Februar 2013 zur API-Geschäftsführung und will jetzt vor allem das Auslandsgeschäft ausbauen. „Die Fahrwerksvermessung war der Einstieg in die Digitalisierung“, sagt Polzer. Mittlerweile ermöglicht das System eine vollständige Fahrzeugannahme nach Herstellervorgaben. Wie im Vertrieb gehe es auch im Servicegeschäft darum, Markenerlebnisse für die Kunden zu schaffen. „Der Serviceberater“, sagt Polzer, „wird zum Facharzt“.
16 der deutschen Top-20-Autohaus-Gruppen arbeiten bereits mit dem API-System, insgesamt wurden seit dem Marktstart rund eine halbe Million Fahrzeuge vermessen. „Wir werden alle unsere Autohäuser mit dieser Technik ausrüsten“, sagt Stefan Quary, Chef der Dürkop-Gruppe mit 22 Standorten. Neun API-Anlagen sind bei Dürkop bereits im Einsatz. „Gegenüber dem Kunden können wir viel objektiver argumentieren, weil wir mit ihm direkt am Bildschirm den Befund durchgehen“, berichtet der Unternehmer. Das funktioniert auch bei Flottenkunden oder so genannten Schlüsselwerfern. Sie erhalten das Annahmeprotokoll per Mail als PDF oder können es künftig über einen Weblink gleichzeitig mit dem Serviceberater anschauen.
Über die Digitalisierung kann der Unternehmer natürlich auch den Verkaufsdruck beim Servicepersonal erhöhen, weiß Autohaus-Chef Quary: „Wenn bei zehn Servicedurchgängen nur dreimal Öl verkauft wird, müssen wir darüber reden, warum das in den anderen Fällen nicht passiert ist. Umgekehrt kann ich aber auch incentivieren, wenn wir eine gewisse Quotierung erreichen. Das ist nicht nur ,big brother is watching you‘, sondern auch eine Möglichkeit, Zusatzeinkommen zu generieren.“